Trading Know How: Rohstoffbörse Chicago
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Rohstoffe
vom 14. Februar 2011, 12:00 Uhr
ENL5454
Thema Rohstoff-Trading.
Wer an der Rohstoff-Börse Chicago Rohstoff-Futures kauft oder verkauft, wird registriert. Und eine amerikanische Behörde veröffentlicht die Daten, es gibt Transparenz - hier zeigt sich mal wieder die hohe Professionalität der amerikanischen Finanzmärkte.
Diese Daten werden „Commitment of Traders" genannt. Im Traderjargon auch kurz: "CoT"
Hier wird auch in Europa der englische Begriff verwendet - wie an den Finanzmärkten ja durchaus üblich - es wird nicht eingedeutscht.
Was ist das eigentlich, auf Termin kaufen oder verkaufen?
Anstelle einer Definition ein Beispiel. Und zwar eins für „auf Termin kaufen": Ein Rinder-Züchter möchte für seine Jahresplanung wissen, wie viel er für Viehfutter in Form von Mais ausgeben wird. Er kann dies genau beziffern, wenn er den Mais im Voraus kauft, zu einem fixen Preis. Natürlich könnte der Maispreis in einigen Monaten niedriger sein, aber er könnte auch höher sein. Genauso wie der Mais-Produzent kann auch der Rinder-Züchter das entsprechende Risiko eliminieren - durch den Kauf auf Termin.
Die Rohstoff-Zertifikate, die ich empfehle, beziehen sich auf diese Futures.
Und nun finde ich es ganz interessant, zu sehen, wie viele Kommerzielle und Spekulanten in diesem Future "long" gegangen sind (Käufer), und wie viele "short" (Verkäufer).
Mit "Kommerzielle" meine ich diejenigen, denen es um die tatsächliche Warenlieferung geht. Also Farmer, Restaurantketten etc.
Spekulanten sind Leute wie wir - die auf Gewinne hoffen, ohne an einer Warenlieferung interessiert zu sein. Mit einem Unterschied: Diese Spekulanten setzen direkt auf die Futures. Und wir gehen den Umweg über Zertifikate, die sich auf diese Futures beziehen. Warum der Umweg? Zum einen wegen der einfacheren Handelbarkeit für die meisten Kleinanleger, außerdem können wir mit Zertifikaten nie mehr als den Einsatz verlieren, bei Futures ist dies durchaus möglich.
Ok, jetzt zurück zum Thema "Commitment of Traders". Dieser Begriff bedeutet übersetzt "Engagement der Trader". Er gibt in Zahlen an, wie viele Short- und wie viele Long-Positionen von Kommerziellen und Spekulanten eingegangen worden sind.
Wenn z.B. die Kommerziellen (die haben oft den richtigen Riecher) extrem viele Short-Positionen eingegangen sind, dann sollte das zu denken geben ... denn diese rechnen alle mit fallenden Notierungen des Basiswertes. Da ist dann im Fall der Kommerziellen meistens was dran. Bei Extremwerten der „kleinen Spekulanten" kann dies hingegen ein schöner Kontra-Indikator sein. Nach dem Motto: Die Mehrheit liegt immer falsch. Wenn extrem viele Short-Positionen eingegangen sind, kann es übrigens auch leichter zu einem "Short Squeeze" kommen.
Wie lässt sich nun diese ominöse "Commitment of Traders" bestimmen?
Ganz einfach. Brauchen Sie gar nicht selbst bestimmen, das macht jemand für Sie. Und zwar der amerikanische Staat, in Form einer Behörde. Unter diesem Link.
finden Sie die gewünschten Angaben, sauber sortiert nach Börsen und Futures. Dort finden Sie die Angaben, die wichtig sein KÖNNEN - natürlich nicht müssen (ich berücksichtige diese Angaben bei meinen Rohstoff-Empfehlungen standardmäßig).
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Ihr
Michael Vaupel
Diplom-Volkswirt / M.A.
Chefredakteur Trader´s Daily
ähnliche Beiträge:
weitere Ausgaben von
Traders Daily
weitere Artikel dieser Ausgabe:
Freitag, 25. Mai 2012
Donnerstag, 24. Mai 2012
Mittwoch, 23. Mai 2012
alle AusgabenBörsenbrief: Travel Trader
Ihr Börsendienst mit dem globalen Insidernetzwerk
Klicken Sie hier für weitere Informationen zu Börsenbrief: Travel Trader