Trading Know How: Index-Futures
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Futures | Terminkontrakte
vom 20. Januar 2010, 12:00 Uhr
ENL5462
Trader´s Daily-leser Stephan N. schrieb mir:
"Bei den Futures auf Edelmetalle u.s.w. handelt es sich um Kontrakte, die in der Zukunft zum Tragen kommen. Das ist einleuchtend. Bei den Futures auf Indizes ist so eine Sache. Was wird hier in der (für die) Zukunft gehandelt? Würden Sie es, bitte, erklären:
a) Worum handelt es sich eigentlich bei einem Index-Future?
b) Wie wertet man ein Index-Future?"
Meine Antwort:
Ein Index-Future ist im Grunde auch nichts anderes als ein Future auf irgend einen anderen Basiswert (wie ein Rohstoff).
Auch da geht es darum: Ein bestimmter Basiswert wird „auf Termin" (sprich: Zu einem festgelegten Zeitpunkt in der Zukunft, daher auch der Begriff „Future" = englisch für „Zukunft") gekauft oder verkauft. Zu einem vorher festlegten Preis. Und auch die Menge ist festgelegt.
Also, was ist anders bei einem Index-Future? Der Basiswert.
Das ist insofern wichtig: Ein Rohstoff als Basiswert kann geliefert werden. Ein Index...hm..eher nicht. Bzw. doch, und zwar dann, wenn die im Index enthaltenen Titel geliefert werden.
Einfacher ist am Laufzeitende die Abrechnung über die Preisdifferenz.
Übrigens, noch ein interessanter Punkt:
Der Future-Preis eines Indizes ist höher als der derzeitige Kassapreis.
Der DAX Future notiert also immer etwas höher als der DAX.
Warum? Es werden noch die „Cost of Carry" eingerechnet. Wie übersetze ich das...mit "Haltekosten" vielleicht. Es ist ein gewisser Zinssatz, damit die Opportunitätskosten berücksichtigt werden. Der Verkäufer hat ja bis zum Verkaufstermin Kapital gebunden - das wird mit diesen „Cost of Carry" verzinst. Wenn der Future sein Laufzeitende erreicht, kostet er genauso viel wie der Kassapreis. Diese „Cost of Carry" werden also gewissermaßen während der Laufzeit abgeschrieben.
Soviel für heute!
Mit herzlichem Gruß,
Ihr
Michael Vaupel
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