Trading Know How: Aktien und Währungsrisiko
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 18. Juli 2008, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Heute geht es (Tafel aufklappend) um Aktien aus den „Emerging Markets", zu Deutsch: Schwellenländern.
Auch, wenn Ihr Autor die Devise „Märkte statt Einzeltitel" vertritt - also z.B. lieber ein Zertifikat auf einen Schwellenland-Index als eine einzelne Aktie kauft -...
...ab und zu setzt auch er auf Einzeltitel. Zum Beispiel im Sektor der chinesischen H-Aktien (was allerdings in den letzten Monaten der Performance abträglich war, um es mal so auszudrücken).
Bei „Emerging Markets-Einzeltiteln" gibt es einen wichtigen Punkt, der von Privatanlegern gerne übersehen wird:
Das Währungsrisiko bei ausländischen Aktien.
Eine ausländische Aktie, die an einer europäischen Börse in Euro gekauft wird, unterliegt natürlich immer Währungsschwankungen. Der Kurs der in Euroland gelisteten Aktie ist ja von der Heimatwährung in Euro umgerechnet worden (bzw. bei einer ADR-Aktie von USD in Euro).
Die Devisenschwankungen haben demnach starke Auswirkungen auf die Wertentwicklung Ihres Investments in Deutschland, auch wenn dieses in Euro notiert.
Diese Auswirkungen können sowohl positiv als auch negativ sein. Steigt die Landeswährung Ihrer Aktie gegenüber dem Euro an, fallen für Sie zusätzliche Währungsgewinne an.
Leider funktioniert es auch andersherum: Bei fallender Landeswährung erleiden Sie Verluste, obwohl sich der Aktienkurs vielleicht gar nicht bewegt hat.
Deshalb müssen Sie bei Emerging-Markets-Investments immer die Entwicklung des jeweiligen Währungspaares, also der jeweiligen Landeswährung gegenüber dem EUR oder dem USD, im Auge haben. Bei einem Kauf z.B. der Aktie des südafrikanischen Goldproduzenten DRD Gold wird der Aktienkurs an den europäischen Börsen also auch von Währungsschwankungen des Devisenpaares ZAR-EUR (südafrikanischer Rand zu Euro) beeinflusst.
Das gilt natürlich auch, wenn Sie ausländische Aktien an der jeweiligen Heimatbörse kaufen. Zwar erwerben Sie die Aktien an der Heimatbörse in der jeweiligen Landeswährung, aber Sie legen Ihr Geld ja im Ausland an.
Sie kaufen also mit Euro eine Aktie aus einem fremden Land in dessen Währung.
Bei Verkauf wird der Erlös aus der Landeswährung wieder in Euro umgerechnet und erst dann auf Ihrem Konto gutgeschrieben. Bei dieser Rückrechnung schlägt sich dann die Währungsentwicklung in den Wechselkursen nieder.
Ich möchte diese Thematik am Montag noch mal aufgreifen, mit einem konkreten Beispiel.
Bis dahin, und schönes Wochenende!
Ihr
Michael Vaupel