Trading Deutsche Bank
Tom Firley in Investors Daily
vom 7. August 2009, 18:00 Uhr
ENL5454
am Mittwoch schauten wir uns einfache Trading-Techniken am Beispiel der Deutsche Börse-Aktie an. Wie angedroht, betrachten wir heute die Möglichkeiten mit der Deutschen Bank-Aktie.
Schauen wir uns auch hier zunächst einmal den Chart der Deutschen Bank-Aktie an:
Bereits im Januar und Februar konnte der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie das 2008er-Tief bei 18,80 Euro überbieten. Da ich aber erst am 9. März zu der besonderen Beobachtung der Aktien riet, welche ihr 2008er Tief überbieten, können wir diese beiden Einstiegssignale fast außer Acht lassen. Nur der Vollständigkeit halber:
Ein Einstieg im Januar hätte mit einem Nachziehen des Trailing Stopps mit großer Wahrscheinlichkeit zu einem Nullsummenspiel geführt. Das Signal im Februar hätte unterm Strich zum selben Ergebnis geführt, wie das März-Signal. Und damit geht los:
Ein erster vorsichtiger Einstieg bei der Deutsche Bank-Aktie erfolgte am 9. März bei etwa 18,80 Euro (grüner Kreis), nach Überschreiten des 2008er Tiefs. Ein sinnvoller Stopp wäre etwas unterhalb des letzten Tiefs bei 16,87 Euro gelegen (unterste gestrichelte rote Linie). Der Stopp wäre dann nach Erreichen markanter Hochpunkte sukzessive nachgezogen worden. Dies habe ich durch die weiteren rot gestrichelten roten Linien visualisiert.
Kurzer Einschub: Der damalige Einstieg wäre HOCHspekulativ gewesen. Im Nachhinein sieht solch ein Einstieg zwar immer relativ „logisch" aus, allerdings war es zum damaligen Zeitpunkt wirklich ungewiss, wie es an der Börse im Allgemeinen und der Deutschen-Bank-Aktie im Speziellen weitergeht.
Ein Aufstocken der Position (oder auch nur der Hinweis, dass die Aktie auf dem richtigen Wege ist...) wäre nach Überschreiten des 256-Tage-GD erfolgt (schwarzer Kreis) am 27. April. Damals lag der Kurs bei 43,25 Euro. Zwar gelang der Aktie nur ganz knapp der Sprung über diese Hürde, aber auf Schlusskursbasis lag der Kurs über diesem wichtigen GD, zumal gleichzeitig ein weiteres Zwischenhoch erreicht wurde. Verschiedene andere Indikatoren (MACD, MFI) sprachen zwar gegen eine weitere Kaufentscheidung, dies würde jedoch bei der heutigen Nachbetrachtung den Rahmen sprengen... zumal diese Indikatoren Recht behalten sollten...
Ganz wichtig ist jetzt das grüne Rechteck. Die Deutsche-Bank-Aktie bewegte sich in einem Zick-Zack-Muster und spätestens bei Erreichen des Hochs bei 49,255 Euro wäre ein Nachziehen des Stopps fällig gewesen. Ein 10%-Stopp wäre damals bei 44,33 Euro gelegen. Sinnvoller wäre sicherlich die Platzierung zum Einstandskurs, also bei 43,25 (siehe rote, dicke Linie). Ein Minus sollte also (auch beim Aufstocken) nicht hingenommen werden.
Ausgestoppt wurde die gesamte Position damit spätestens am 22. Juni. Je nach Befolgen des Trailing Stopps wären etwas schlechtere Kurse hinzunehmen gewesen.
Rechnen wir zusammen:
1. Einstieg bei 18,80 Euro, Ausstieg bei 43,25 Euro. Ein beachtliches Ergebnis von 130%
2. Einstieg bei 43,25 Euro, Ausstieg bei 43,25 Euro. Ein Nullsummenspiel.
Sicherlich würden jetzt zahlreiche Börsendienste mit einem Ergebnis von unglaublichen 130% plus werben. Da wir aber nicht in der Werbung sind, schauen wir uns das Gesamt-Ergebnis an:
Der Mittelkurs (Einstieg bei 18,80 und 43,25) beträgt 31,025 Euro. Der Ausstieg erfolgte bei ca. 43,50 Euro. Summa summarum ergibt dies einen Gewinn von 39,50% auf den Kapitalseinsatz. (hinzu kommt noch eine Dividenden-Zahlung von 0,50 Euro je Aktie).
Fazit: Je nach Darstellung wirklich ein erfreuliches Ergebnis, auch wenn der erste Einstieg, das betone ich, sehr spekulativ war. Ich hoffe, Sie erkennen:
Es geht nicht darum, den ultimativen Trade zu finden, mit dem Sie reich werden. Es geht darum, eine Strategie zu entwickeln, mit der Sie selbst glücklich werden und die Sie - das ist das Wichtigste - auch einhalten können. Wenn Sie dann auch noch eine angemessene Anzahl von Aktien beobachten, steht Ihrem langfristigen Börsenerfolg nicht mehr allzu viel im Wege. Falls Sie mit der Börse sofort reich werden wollen, dann überlegen Sie sich das Ganze noch einmal. Wenn Sie langfristig einfach ein gutes Stück besser fahren wollen als mit dem Sparbuch und einfach Spaß am Börsengeschäft haben, dann ist die Börse das Richtige für Sie. Wenn Sie mich fragen:
Hauptsächlich mit 256-Tage-GD, 20-Tage-GD, MFI, RSI, MACD Unterstützungen sowie Widerständen, Pivot Points, Candlestick-Analyse, einer angemessenen Prise Fundamental-Analyse und dem Lesen von anderen Börsendiensten bin ich bislang ganz gut gefahren. Allerdings sollte jeder Börsianer Augen und Ohren offen halten. Gesunder Menschenverstand
Viel Erfolg an der Börse
Ihr
Tom Firley
PS: Bitte beachten Sie auch den heutigen Gastbeitrag von Marcus Neugebauer. Herr Neugebauer hat mit seinem Börsendienst wirklich herausragende Arbeit geleistet und seine Ergebnisse stellen auch die oben dargestellte Performance mit der Deutschen-Bank-Aktie weit in den Schatten.
