Trader Wissen: Wie Sie am teuersten Burger der Welt verdienen können
Investoren Wissen
vom 06. Juni 2006 16:00 Uhr
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Meinen letzten Big Mac aß ich Anfang der 80er Jahre.
Denken Sie jetzt aber nicht, ich sei ein Gesundheitsapostel. Ich mag Burger, nur nicht die Fast-Food-Version.
Auf jeden Fall werden auf der ganzen Welt jede Menge Burger von McDonalds verschlungen. Da es Big Macs in 120 Ländern der Welt gibt, hat der Economist sogar einen Big-Mac-Index entwickelt. Damit können Sie die Kaufkraft der Währungen weltweit erstaunlich gut vergleichen. Diesen Index gibt es inzwischen seit 20 Jahren.
Der Big-Mac-Index ist einer der einfachsten Indizes zur Bestimmung der Kaufkraft überhaupt
Kostet beispielsweise ein Big Mac in einem Land vergleichsweise viel, dann wird die Währung in diesem Land aller Wahrscheinlichkeit nach im Lauf der Zeit abgewertet.
Sehen wir uns einmal an, was uns der Big-Mac-Index zur Zeit verrät.
Wir wollen einmal folgende Währungen betrachten:
Schweiz (Schweizer Franken)
China (Yuan)
Kanada (Kanadischer Dollar)
Japan (Yen)
Island (Kronur)
In vier großen Städten in den USA kostet ein Big Mac zur Zeit im Durchschnitt 3,10 US-$. Wo glauben Sie, ist ein Big Mac teurer, wo billiger, als 3,10 US-$?
Die Antworten überraschten mich.
Ich weiß, dass Tokio eine der teuersten Städte ist, die es gibt. Deshalb hätte ich eigentlich gedacht, dass ein Big Mac in Japan am meisten kostet. Da China seine Währung Yuan künstlich billig hält, würde ich sagen, ein Big Mac in China sollte am wenigsten kosten. Auch Kanada hatte in den letzten Jahren eine schwache Währung. Deshalb dachte ich, dort wäre der Big Mac günstig.
Nach Angaben des Economist sieht es aber tatsächlich so aus:
So viel kostet ein Big Mac im Vergleich
Ich war erstaunt, dass der Burger in Island so teuer ist. Tatsächlich kostet er nur noch in Norwegen mehr. Generell ist der Fleischklops in ganz Skandinavien vergleichsweise teuer.
Inzwischen kostet der Burger in Kanada sogar etwas mehr als in den USA. Aber der kanadische Dollar hatte auch einen starken Lauf im Vergleich zum US-Dollar. Viele denken, er wird sogar noch stärker.
Die nächste Überraschung ist Japan. Nach Kaufkraftparitäten über den Big-Mac-Index ist der Yen gegenüber dem US-$ um 28 Prozent unterbewertet.
Die Fähigkeit der Chinesen, ihre eigene Währung künstlich billig zu halten, sehen Sie im Discount von 58 Prozent beim Burgerpreis im Vergleich zu den USA.
Mit entsprechenden Zertifikaten können Sie auf die Währungsrelation der jeweiligen Währung zum Dollar spekulieren. Ist der Burger in einem Land zu billig, können Sie auf einen Anstieg dieser Währung zum Dollar setzen. Ist er zu teuer, können Sie auf eine Abwertung zum Dollar spekulieren.
In der nächsten Ausgabe zeige ich Ihnen, wie Sie Jahr für Jahr die stärkste Währung finden und damit verdienen können.
Chart der Woche
Entwicklung des Dollar gegen den Yen
Beim US-$ gab es in den letzten 6 Monaten eine starke Verkaufswelle gegenüber dem Yen. Fundamentale Daten sprechen aber eher für eine Aufwärtsbewegung beim Dollar.