Trader Wissen: Seien Sie vorsichtig, wenn der Markt neue Höchstkurse in Angriff nimmt
Investoren Wissen
vom 28. Februar 2006 16:00 Uhr
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Ich kann es kaum glauben, aber vor kurzem war ich tatsächlich einer Meinung mit einem Zeitungsartikel!
Zu meiner Entschuldigung möchte ich sagen, dass es sich bei der Zeitung um das ehrwürdige Wall Street Journal handelt und bei dem Artikel um ein Zitat von Ned Davis Research. Ned Davis liefert wirklich beständig ausgezeichnete Arbeit. Es ist deshalb nicht schwer, wenn man mit dem Researchhaus übereinstimmt.
Die Zeitung titelte in dem Artikel: "Ein Tipp von Profis: Seien Sie vorsichtig!"
Also zur Zeit notiert der S&P 500 in der Nähe seines Hochs vom Januar bei 1294,90 Punkten. Ich erwähne das nur, damit Sie nicht denken, ich würde auf einem Markt herumtrampeln, der ohnehin schon am Boden ist.
Anleger leben zur Zeit ziemlich sorglos
Tatsächlich macht sich am Markt zur Zeit Hoffnung breit. Der Dow Jones kletterte letzte Woche über 11000 Punkte. Und die Anleger haben dabei überhaupt keine Angst.
Tappen Sie aber nicht in die Bullenfalle! Egal, ob Sie nur ein paar Aktien für Ihr Depot kaufen oder auf den Aufwärtstrend spekulieren wollen.
Der Markt gibt sich zur Zeit wirklich wie ein Engel. Dem Anstieg kann kaum einer widerstehen. Sehen wir uns aber das gesamte Bild an. Denn es ist nicht alles Gold, was glänzt.
Werfen Sie einmal einen Blick auf den S&P 500:
Im Chart sehen Sie, dass der Markt zwar ein neues Hoch ansteuert, dass das MACD Momentum gleichzeitig aber divergiert und diese Bewegung damit nicht bestätigt. Der MACD ist zwar nicht immer gültig. Aber er liefert oft gute Signale bei Wendepunkten.
Der Volatilitätsindex zeigt die Angst der Börsianer
Sehen wir uns noch einen anderen Indikator an. Im Chart unten sehen Sie den Volatilitätsindex VIX. Dieser zeigt uns die Erwartung des Marktes hinsichtlich der 30 Tage Volatilität. Der Index wird anhand der impliziten Volatilität verschiedener Call- und Put-Optionen des S&P 500 errechnet.
Entwicklung der Volatilität im S&P 500
Viele bezeichnen den Volatilitätsindex als ein Maß der Angst der Anleger. Wie der Index zeigt, sind die Anleger zur Zeit nicht sonderlich ängstlich. Analysten schließen daraus, ob ein Markt überkauft oder überverkauft ist. Zählt man beides zusammen, also Angst und MACD, dann ergibt sich ein Bild, das einen überkauften Markt zeigt, der reif für eine Korrektur ist.
Jetzt ist deshalb eher Zeit für kluge Umsicht als für grenzenlose Begeisterung. Wenn Sie glauben, der Markt wird weiter steigen, sollten Sie mit dem Einstieg besser noch warten, bis das Hoch von Januar bei 1294,90 Punkten auf Schlusskursbasis erreicht und um 10 Punkte übertroffen wird.
Anleger, die darauf warten, dass der Markt korrigiert sollten auf Fehlsignalen achten. Das wäre dann der Fall, wenn die Börse kurz über die alten Höchstkurse klettert, dann aber fällt. Meiner Einschätzung nach spricht derzeit sehr viel für dieses Szenario.
Chart der Woche
Intel (Nasdaq-Kürzel: INTC) nähert sich seiner Unterstützungszone, über die wir vor einem Monat gesprochen haben. Es war ein langsamer Kursrückgang. Fällt die Aktie unter 19,60 $, dann steht größerer Ärger bevor. Ein wahrscheinlicheres Szenario ist aber ein Abprallen von dieser Marke. Wer darauf setzt, sollte sich bereit zum Einstieg machen ...