Trader Wissen: Large Caps laufen schlecht – meiden Sie die Giganten!
Investoren Wissen
vom 09. März 2006 16:00 Uhr
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Stellen Sie sich vor, Ihre Tante möchte ein Portfolio mit einer durchschnittlichen Rendite bei geringem Risiko. Sie raten Ihr, ein Portfolio mit den größten Aktien zusammenzustellen, weil diese am stabilsten sind und wahrscheinlich ein geringeres Risiko haben.
Sie erklären Ihrer Tante, dass die Aktien mit einem hohen Börsenwert ein Sicherer Hafen sind. Diese würden ihr eine durchschnittliche Rendite bei gleichzeitig geringem Risiko bieten.
Large Caps – von wegen Sicherer Hafen!
Damit würden Sie ziemlich daneben liegen.
Denn die größten Aktien liefen im letzten Jahr deutlich schlechter, als der Markt. Die Risikosituation war ziemlich lausig.
Die größten Aktiengesellschaften im Land machen viel richtig. Aber es ist ziemlich schwierig zu wachsen, wenn man schon so verdammt groß ist. Sehen wir uns einmal an, wie sich die großen Aktiengesellschaften im letzten Jahr entwickelt haben und was wir machen können, um unser Portfolio zu schützen.
Die Top 25: Groß ... und schlecht
Marktkapitalisierung ist ein schwerfälliges Wort, dass den Wert eines Unternehmens beschreibt. Sie wird ganz einfach ermittelt, indem man den Aktienkurs mit der Zahl der ausstehenden Aktien multipliziert.
Die Aktien mit der größten Marktkapitalisierung werden "Large-Caps" genannt. In den USA, ähnlich auch in Deutschland, sind das Aktien mit einem Börsenwert von mehr als 10 Milliarden $.
Aber diese großen US-Aktien blieben beim Kursverlauf im vergangenen Jahr deutlich hinter dem breiten Markt. Sehen wir uns einmal die 25 großen Aktien und ihren Kursverlauf an.
Im Zeitraum von 14 Monaten stieg der S&P 500 Index um 6,5 %. Die Zahlen zeigen uns ganz klar: Die großen Aktien liefen deutlich schlechter, als der Markt.
Es hätte sogar noch schlimmer kommen können. Denn 5 der 25 Aktien kommen aus den Bereichen Öl- und Gas. Und diese liefen ja wegen des steigenden Ölpreises im letzten Jahr klar besser als der Markt. Wenn man die Performance dieser 5 Aktien herausrechnet, dann lagen die restlichen 20 Aktien seit Anfang 2005 sogar 0,9 % im Minus.
Weniger Rendite bei höherem Risiko
Zu der schwachen Performance kommt, dass die Aktien sogar noch eine hohe Volatilität und damit ein hohes Risiko hatten.
Also entwickelten sich die Large Caps nicht nur schwach – sie taten das auch noch bei hohem Risiko! Das ist eine hässliche Kombination.
Was können Sie machen, um Ihr Portfolio davor zu schützen und die Gewinne zu verbessern?
Large Caps wachsen in Bullenmärkten viel langsamer, als Mid und Small Caps. In Abwärtsmärkten sind sie meist etwas stabiler.
Wenn Sie größere Gewinne machen wollen, sollten Sie sich Aktien mit niedrigerem Börsenwert ansehen. Sie sollten dabei aber auf den gleichen Sektor setzen, den sie auch bei Large Caps wählen würden. Eine Aktie mit einem Börsenwert von 1 oder 10 Milliarden $ kann einfach viel leichter wachsen, als eine mit einem Wert von 100 Milliarden $.
Chart der Woche – Vorher-Nachher-Vergleich
Human Genome Sciences – vorher
Mitte Januar testete Human Genome Sciences (Nasdaq-Kürzel: HGSI) den Widerstand. Wir sagten damals, ein Anstieg über 10,30 $ je Aktie würde eine gute Chance auf einen weiteren Kursanstieg bieten, möglicherweise sogar auf die Schließung des Gaps ...
Human Genome Sciences – nachher
Nachdem der Widerstand durchbrochen war, stieg HGSI tatsächlich steil nach oben und schloss fast das Gap. Die Aktie hat immer noch ein starkes Momentum. Konservative Anleger würden jetzt, bei einem Kursanstieg von 30 % in 6 Wochen einen Teil der Gewinne realisieren.