Trader Wissen: Die Nasdaq im Steigflug ... der Index wird langsam luftkrank
Investoren Wissen
vom 23. März 2006 16:00 Uhr
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Es gibt einige Signale, die wir beachten sollten:
Wenn Sie beispielsweise in den USA an einem warmen Tag ein andauerndes Klappern und Rascheln im Laub hören, dann sollten Sie sich auf eine Klapperschlange gefasst machen.
Wenn Sie am Himmel Blitze sehen und Donner hören, dann wissen Sie, dass Sie bald den Regenschirm brauchen oder ein Dach zum Unterstellen.
Vor ein paar Tagen gab uns die Nasdaq ein eindeutiges Warnsignal. Sehen wir uns an, wie es aussah und was wir machen sollten.
Die perfekte Trendwende?
Am Dienstag gab uns der Chart des Nasdaq Composite Index ein ganz klares technisches Signal auf eine Trendwende. Es war kein ganz normales Signal. Es wurde nämlich durch verschiedene andere Signale verstärkt. Sehen Sie sich einmal den Chart an:
Am Dienstag markierte die Nasdaq ein neues Hoch, konnte dann aber im Laufe des Tages nicht weiter steigen. Am Ende des Tages schloss der Index in der Nähe des Tagestiefs. Dieser Kursverlauf wird als Ein-Tages-Trendumkehr bezeichnet.
Im Chart erkennen Sie noch einige andere wichtige Dinge: An diesem Tag lagen das Hoch und Tief über bzw. unterhalb des Vortageshochs bzw. -tiefs.
Der Schlusskurs lag unter dem Tiefstkurs des Vortages und die Handelsspanne an dem Tag war viel größer, als an einem normalen Tag.
Diese Faktoren verstärken das Signal. Aber es kommt noch mehr. Sehen Sie sich folgenden Chart an:
An der Nasdaq braut sich was zusammen
Es gab nicht nur eine Trendumkehr. Wir hatten zusätzlich ein eindeutiges Doppeltop und ein divergierendes Momentum.
Alles zusammen ist zwar kein Zeichen für einen völligen Zusammenbruch. Sie sollten aber gewarnt sein.
Beachten Sie auch die fundamentalen Probleme: Google und Apple Computer, die Lieblinge des aktuellen Mini-Bullen Marktes schwächeln und fallen zurück. Microsoft schwächte den Computersektor mit seiner Ankündigung, dass das neue Betriebssystem später ausgeliefert wird. Aber nichts davon war direkt für die Umkehr am Dienstag verantwortlich. Die Fundamentalen Daten haben also nur ein geringes Gewicht.
Was können Sie tun?
Keine Panik! Sehen wir einmal, was Anleger jetzt machen können.
Wenn Sie US-Techaktien haben: Überprüfen Sie Ihre Stopp loss Marken und ziehen Sie die Bremse, falls der Markt weiter fällt. Steigen Sie aber nicht einfach nur aus. Sichern Sie sich vielmehr mit dem Stopp einen hohen Gewinn oder vermeiden Sie extreme Verluste.
Wenn Sie Einsteigen wollen ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt! Warten Sie lieber, bis der Markt korrigiert hat und steigen Sie dann auf einem niedrigeren Kursniveau ein. Falls er nicht korrigiert, steigen Sie erst ein, wenn der Markt mindestens 10 Punkte über dem Hoch vom Dienstag geschlossen hat.
Wenn Sie leer verkaufen und auf fallende Kurse setzen wollen: Überprüfen Sie Ihren Anlagehorizont und Ihre Gewinnziele. Bei einem starken Signal wie dem vom Dienstag können Sie eine Short Position mit einem engen Stopp knapp über dem Hoch eingehen. Denken Sie aber daran, dass der Markt in einem längeren Aufwärtstrend ist und das es deswegen Sinn macht, auch mit einem kleineren Gewinn wieder auszusteigen.
Wendepunkte sind immer schwer zu erkennen. Wir können aber regieren, wenn uns der Markt viele Signale zur selben Zeit geliefert hat.
Chart der Woche
Google (Nasdaq: GOOG) befindet sich an einem Schlüsselpunkt: Das Gap vom Oktober ist noch nicht geschlossen. Dieses Gap stellte in den letzten Wochen eine Unterstützung dar. Wird sie durchbrochen, könnte die Aktie schnell um 10 % bis in den Bereich von 300 $ fallen.