Trader Wissen: Der Fluch schlechter Trades – Teil 2 ... und wie Sie Viren in Ihrem Kopf loswerden
Investoren Wissen
vom 20. Dezember 2005 16:00 Uhr
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Vor einiger Zeit ging es bei mir ziemlich hektisch zu. Ich musste 2 Artikel fertig schreiben und hatte ein wirklich gutes Börsengeschäft laufen. Ich hatte also eine anstrengenden Tag am Computer vor mir.
Ich glaube, Sie können sich denken, was dann passierte: Nämlich genau das, was immer passiert, wenn es hektisch zugeht und unbedingt alles gut laufen muß ...
Murphy's Gesetz schlug zu: "Alles was schief gehen kann, geht schief. Und zwar genau im absolut unpassendsten Moment."
Und so kam es dann auch. Mein 8 Monate alter Computer lief plötzlich nicht mehr richtig. Dann hängte er sich auf und stürzte ab.
Auf meinem Rechner war ein Virus. Am Tag vorher hatte jemand aus meiner Familie unbeabsichtigt einen Virus auf dem Rechner installiert und mehr als eine viertel Million Programme.
Schlechte Trades sind wie Computerviren
Ich entfernte am Abend noch die meisten von ihnen mit einer Anti-Viren Software. Aber am nächsten Tag zeigte mir die Software an, dass es immer noch Reste der schädlichen Programme auf dem Rechner geben würde. Und sie blockierten die gesamte Rechnerleistung. Das war so ähnlich wie schlechte Trades, die Ihr Gewinnpotential schmälern.
In der letzten Ausgabe habe ich Ihnen gezeigt, welche Arten von schlechten Trades es gibt und warum wir überhaupt solche Geschäfte machen. Sehen wir uns heute einmal an, welcher Schaden dadurch entsteht.
Bei vielen Anlegern nimmt die Handhabung von schlechten Trades die meiste Kraft in Anspruch und mindert so das gesamte Gewinnpotential. Sie fragen warum?
Schlechte Trades sind Geschäfte, die von vorneherein Ihre Anforderungen nicht erfüllen. Das sind beispielsweise Orders, die Sie auf ein Gerücht hin machen, oder nur deshalb, weil Sie mitten in einer Marktbewegung noch aufspringen, weil Sie nichts verpassen wollen.
So schaden schlechte Trades
Bei diesen Geschäften können Sie aber genau so gut eine Münze werfen. Hier sind 3 Gründe, warum sie uns schaden:
1. Wenn Sie sich mit schlechten Positionen herumschlagen müssen, leidet Ihre Aufmerksamkeit. Sie können dann die wirklich guten Geschäfte kaum mehr finden und durchziehen. Diese "Opportunitätskosten" können ziemlich ins Geld gehen. Die schlechten Trades beschäftigen Sie fast ständig und lenken Sie ab. Wie Computerviren. Im schlimmsten Fall werden Sie völlig in Beschlag genommen und können nichts anderes mehr machen.
2. Die Gebühren fressen Sie auf. Selbst wenn die Chance 50:50 steht, wird dadurch Ihr Kontostand Stück für Stück niedriger. Sehen wir uns ein Beispiel an ...
Nehmen wir an, Sie machen 5 solcher schlechter Trades im Monat. Einfach nur so aus Langeweile. Bei Gebühren von 20 € beim Kauf und dann wieder beim Verkauf geben Sie dafür 200 € im Monat aus. Im Jahr sind das 2400 €. Und zwar nur für Gebühren. Wenn Sie mehr solcher schlechten Geschäfte machen oder gar noch Verluste einfahren, wird es noch viel teurer.
3. Die physischen und seelischen Kosten. Keiner braucht mehr Streß im Leben. Aber viele laden sich zusätzlichen Streß durch schlechte Börsengeschäfte auf.
Die Börse fordert uns schon genug – auch ohne schlechte Trades. Nächste Woche zeige ich Ihnen einige nützliche Wege, wie Sie diese Geschäfte vermeiden.
Chart der Woche
Aktueller Chart des Schokoladenherstellers
Die Aktie von Hershey (NYSE: HSY) kletterte seit der von mir angekündigten Umkehr vor ein paar Wochen Stück für Stück nach oben. Vor ein paar Tagen ging es dann richtig hoch. Der Schokoladenhersteller hatte nämlich seinen Ausblick für das Jahr noch einmal bestätigte.
Achten Sie auf den Widerstand bei 60 $. Von dort aus könnte die Aktie noch weiter steigen. Auf diesem Niveau hat die Aktie bereits wieder die Hälfte des Verlustes zwischen Mai und November wieder wettgemacht.