Tote Präsidenten bleiben tot

in Kapitalschutz Akte
vom


Es ist schon fünf Jahre her, dass der US-Hypothekenmarkt mit seinem "subprime" Risse bekam.... Und es könnte noch weitere fünf Jahre andauern...vielleicht auch 10...20... oder sogar 100 Jahre.

Okay, 100 Jahre ist vielleicht ein wenig übertrieben, aber wer weiß?

Eine Kehrtwende für Investoren", sagt das Wall Street Journal.


Wie an dieser Stelle vorhergesagt, wendet sich das Facebook-Debakel von großer Hoffnung zu potentiell stimmungstrübender Skepsis".

Der Rückzug von der Börse geht weiter", berichtet die New York Times:

Ich bin wirklich skeptisch in Bezug auf die Fähigkeiten eines Einkaufsmanagers, die weitere Wirtschaftslage einschätzen zu können", sagt Alex Tsesis. Er ist 45 Jahre alt und lebt in Chicago. "Ich versuche nur noch aus den Aktien heraus zu kommen".

Investoren hatten über das hinter uns liegende Pfingst-Wochenende genügend Zeit, die Dinge zu überdenken. Als die Märkte dann wieder öffneten, war ich bereit zu handeln. Der Dow stieg. Gold sank um 20 Dollar. Facebook wurde verschleudert.

Doch das spielt kaum eine Rolle. Einen Tag hoch, am nächsten runter. Wen kümmert das? Der große Trend ist das, was zählt. Und der große Trend, so glaube ich, ist jetzt unten. Offen für Aktien. Offen für die Wirtschaft.

Wenn das passiert, kann das lange Zeit anhalten. Als Beleg, nenne ich das Beispiel Nr.1 - Japan!

Kürzlich berichtete die Financial Times, dass im Jahre 1985 eintausend Yen in Aktien investiert wurden, sogar inklusive Dividenden und Inflation...hat das rein gar nichts gebracht".

Der Kollege Justice Litle führt aus:

Auf lange Sicht schlagen Aktien alles" (Stocks for the long run") sind ein Mantra für Investoren aller Welt. Das ist außerdem der Titel eines Buches von Jeremy Siegel, Professor für Finanzen.

Wann immer die Marktaussichten bewölkt oder gar trostlos wirken, sind wir gedrängt uns daran zu erinnern: es ist die lange Sicht, die zählt.

Und doch ist es so mit long run": die Yen-Anlagen in japanischen Aktien von 1985, sind seit 27 Jahren totes Kapital.

Japans tote Präsidenten sind in keine Richtung gegangen...und haben nichts für Investoren getan. Sie waren tot...tot...tot... für eine ganze Generation.

Zum ersten Teil von: Japanisierung
von
Bill Bonner
Bill Bonner

Bill Bonner ist einer der anerkanntesten Finanzexperten der USA und Bestseller-Autor. Bei uns schreibt er regelmäßig im Börsen-Newsletter Kapitalschutz Akte.


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Kommentar von Livia

Meines Erachtens liegt der Grund noch ganz woanders: Japans Bevölkerung ist überaltert und der Markt ist saturiert. Langlebige Wirtschaftsgüter sind ausreichend vorhanden, nachgefragt werden nur noch Lebensmittel und Energie, sowie andere Dinge, die sich schnell verbrauchen. Erstausstattungen mit neuen Erfindungen gibt es in den Industrieländern auch kaum noch - wie z.B. Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen, alles in dr 1950ern. Und alte Menschen wolle i.d.R. auch eher nichts Neues. Daß auf unserem übervölkerten Planeten die Bevölkerung rückläufig ist, ist eigendlich erstrebenswert; aber sie ist es nur in den Ländern mit hoher Zivilisation und hohem Länder IQ. Vermehren tun sich hauptsächlich die dummen, ungebildeten Leute und die haben das nötige Kleingeld für die höherwertigen Wirtschaftsgüter nicht, können sie auch bicht erwirtschaften und oft nicht einmal damit umgehen. Japan geht den Weg der Bevölkerungsreduktion ohne Einwanderung, in Europa ist es umgekehrt! Der Unterschied ist, daß in Europa wohl mehr Nachfrage da ist, aber die zusätzlich zu den unproduktiven Alten von der arbeitenden Restbevölkerung bezahlt wird, da der größere Anteil der Migranten von Transferleistungen lebt. Als erstes kann man sich dann eben die Leute nicht mehr leisten, die vom Geldverleih leben. Da nun mal alle Wirtschaftsgüter, die man gelernt hat, in großen Mengen und damit billig zu produzieren, inferior werden, sollte man sich überlegen wirklich natuschonender zu produzieren; nicht über Klima- und ähnlichen Lügen den Menschen neue Abgaben aufzwingen, sondern wirklich naturkonform handeln. Dazu gehört zuerst weniger Schrott zu produzieren, also Haltbarkeit und Reparierbarkeit in den Vordergrund zu stellen. Weniger Müll zu produzieren; manche Hygienevorschriften sind überzogen, gesunder Menschenverstand ist wieder vorauszusetzen. Und die industrialisierung der Landwirtschaft ist als besonders naturzerstörend rückgängig zu machen! Jäten statt Unkrautvernichtungsmittel und Genmanipulation ist nicht nur naturfreundlich sondern beschäftigt auch die Leute sinnvoll, die für industrielle Arbeit und höhere Dienstleistungen nicht geeignet sind. Der Mensch verwendet dann wieder gut die Hälfte des Einkommens für Nahrung, was über Jahrtausende normal war. Und noch etwas: Die Forschung daran dafür zu sorgen, daß die Menschen (auch krank) immer älter werden, gehört eingestellt, weil äußerst kontraproduktiv. Wenn irgendwo maximiert anstatt optimiert wird, landet alles Einkommen bei diesem einen Sujet und alles andere muß dafür zurückstehen!

Antworten
Antwort von Dr Heinemann:

Sehr geehrte Frau Livia, alles sehr gut geschrieben. Ich stimme Ihnen mit einhundert Prozent zu. Beste Grüße! Ihr Dr. H.