Totale Enteignung oder Krieg?

Gastautor Jeffrey Tucker in Kapitalschutz Akte
vom


An den Extremen will die Linke die totale Enteignung, um jeden gleich arm zu machen, während die Rechte totalen Krieg will, um uns Amerikaner alle zu vereinen in einem großen Projekt des Tötens und getötet werden.

Das macht mir am meisten Sorge in Bezug auf die These von Murry. Egal, wo man nach Antworten sucht, die Lösungen scheinen schlimmer zu sein als das eigentliche Problem.

Grundsätzlich müssen wir fragen: Was ist das Problem, welches wir zu lösen versuchen? Es ist kaum ein neues Problem, dass sich die Elite von der Unterschicht abgesondert hat. Ich bezweifle sogar, dass dies heute intensiver ist, als es das im Goldenen Zeitalter war. Auch damals waren geschlossene Gemeinschaften ein Zeichen von Reichtum. Auch zur Zeit der Gründung der USA war es nur eine kleine Gruppe von Elite-Landbesitzern, welche eine Verfassung durchboxten, welche sie dem gesamten Land vorstehen ließ.

Solange die Elite eine wirtschaftliche Elite ist und keine politische, ist diese Elite von Vorteil für jeden, da sie Kapital liefern, großartige Ideen, Normen und Codes, die Bildungsinstitutionen und die kulturelle Infrastruktur, um das Land vor dem habgierigen staat zu schützen. Dies ist das, was Hans-Hermann Hoppe die "natürliche Elite" nennt, und jede Gesellschaft braucht diese. Widerstand gegen diese Elite ist einfach destruktiv.

Bryan Caplan fügt eine interessante Erkenntnis hinzu. Eine von Murrays interessanten Erkenntnissen ist, dass die Elite aus kultureller und sozialer Sicht größtenteils intakt ist. Diese Beobachtung widerspricht der Rhetorik des Populismus, welcher alle Probleme der Elite zuschreibt.



Caplan sagt, dass die Traditionalisten "die Elite umarmen und deren Selbstvertrauen fördern (sollten). Dann können die Traditionalisten und die Elite Hand in Hand die guten Neuigkeiten der bourgeoisen Tugenden predigen."

Und auch die Lücke zwischen Arm und Reich ist nicht wirklich ein Problem. Die Wahrheit ist, dass die Armen besser leben als die Reichen vor nur wenigen Jahrzehnten. Der durchschnittliche Arbeiter der Unterschicht hat heute mit einem Mobilfunkgerät mehr Rechenleistung in seinen Händen, als vor einem Jahrzehnt für Vorstandsvorsitzende und Präsidenten verfügbar war. Dass der Weg des Fortschritts eine Gruppe mehr bevorzugt als eine andere ist eigentlich irrelevant auf individuellem Niveau.

Dies lässt noch die fundamentale Frage offen:

Warum ist dies so eingetreten?

Von dem, was ich gelesen habe, scheint Murray die politischen Gründe zu übersehen, warum das unterste Drittel begonnen hat, die bourgeoisen Tugenden zu meiden. Es geht letztlich alles zurück auf wirtschaftliche Möglichkeiten und die Arbeitsteilung, denn durch Handel gelangen Individuen zu Reichtum in den Augen von sich selbst und anderen.



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Kommentar von Harmtu Fischer

Na, dann ist ja alles bestens im Mutterland der Demokratie !

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Kommentar von Nona T

Auch wenn die ein oder andere Überlegung in dem Artikel nicht ganz von der Hand zu weisen ist - eines "macht mir am meisten Sorge" (um Ihre Worte zu gebrauchen) nämlich, dass es Menschen gibt die ernsthaft ( man kann es kaum glauben) einen Vergleich anstellen wie "Und auch die Lücke zwischen Arm und Reich ist nicht wirklich ein Problem. Die Wahrheit ist, dass die Armen besser leben als die Reichen vor nur wenigen Jahrzehnten. Der durchschnittliche Arbeiter der Unterschicht hat heute mit einem Mobilfunkgerät mehr Rechenleistung in seinen Händen, als vor einem Jahrzehnt für Vorstandsvorsitzende und Präsidenten verfügbar war. Solange es Schreiberlinge gibt die sich mit derartigen (ich möchte fast sagen, an Schwachsinn grenzenden) Vergleichen, Gedanken um die Lösung machen, haben wir zu Links und Rechts noch ein zusätzliches Problem/Gefahrenpotential.

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Kommentar von Herbert Palzkill

Gute Überlegungen! Es ist eine Frage des Bewusstseins. Bewusstsein ist aber mehr als Wissen. Jeder Fortschritt beruht auf Bewusstsein. Mehr Bewusstsein = mehr Möglichkeiten, mehr Freiheit ... Mit mehr Bewusstsein erkennt man bessere Möglichkeiten zur Lösung der Probleme. Dies gilt für jede Ebene. Es gibt genügend Beispiele, wo Menschen aus den unteren Ebenen zu großen Erfolgen aufgestiegen sind. Und es geschieht ständig. Aber diese Menschen jammern nicht, klagen nicht, protestieren nicht, beschuldigen nicht, zerstören nicht, sie bauen auf und geben so auch anderen Chancen. Nicht durch Handel gelangen Individuen zu Reichtum, sondern durch bewusstes, kluges handeln. Das kann Handel sein. Aber es gibt viele welche Handel betreiben, aber ständig ärmer werden. Das ist doch offensichtlich und kann jeden Tag beobachtet werden.Wirtschaftliche Möglichkeiten entstehen und können nur durch Bewusstsein verbessert, vermehrt werden. Herbert Palzkill

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