Tipps zum Timing von Goldaktien
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 30. Mai 2011, 17:00 Uhr
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ich hoffe, Sie hatten ein angenehmes Wochenende.
Am Freitag schrieb meine Kollegin Daniela Knauer Ihnen:
Es wird sich also lohnen, an schwachen Tagen einige Aktien von Goldminen einzusammeln. Anregungen dazu finden Sie in den Premiumbriefen des Investor Verlags.
Hierzu möchte ich Ihnen heute eine weitere Ergänzung zukommen lassen, welche sich speziell an die Anleger unter Ihnen richtet, die nicht ausschließlich nach Fundamentaldaten investieren möchten, sondern ihren Einstieg aufgrund der oftmals sehr hohen Volatilität von Edelmetallaktien ein wenig technischer timen möchten (dementsprechend "technischer" wird auch der heutige Artikel).
In den folgenden Abschnitten möchte ich also ein paar Tipps zum Timing von Goldaktien mit Ihnen teilen.
Goldpreis- und Goldaktien: Timing Tipps
Goldaktien werden zurecht oftmals als "Hebelinvestment auf den Goldpreis" bezeichnet, steigt doch der Wert einer solchen Aktie stark an, wenn der Goldpreis stark steigt. Grund hierfür sind u.a. der Wertanstieg der Goldreserven der jeweiligen Unternehmen in einem solchen Fall sowie eine Weitung der Gewinnmarge, sofern Energiekosten und weitere Preisfaktoren für die Unternehmen langsamer steigen als der Goldpreis.
Sehen wir uns also zunächst einmal an, wie sich der Goldpreis mit technischen Mitteln timen lässt.
Eine Möglichkeit ist es, sich den Preis in einem Point&Figure-Chart anzusehen. Dies schafft in der Regel ein relativ klares Bild über die Situation. Ein Beispiel:
Quelle: Stockcharts
Der obige Chart zeigt Ihnen den Goldpreis in Euro als Point&Figure-Chart.
Wie Sie im obigen Chart sehen können, ist der Goldpreis in Euro klar auf Kurs nach oben und hat sogar seinen fünffachen Widerstand (braune Linie) bei 1070 Euro/Feinunze gebrochen, womit aus P&F-charttechnischer Sicht das Bild für den Goldpreis in Euro sehr gut aussieht.
Möchten Sie hingegen ein noch längerfristigeres Bild zum Goldpreis bzw. Goldbullenmarkt der letzten Jahre haben, empfiehlt es sich, einen Blick auf den Monatschart und den exponentiellen 40er-Gleitschnitt des Goldpreises zu werfen.
Solange der Kurs überhalb des EMA(40) notiert, haben wir aus dieser Sicht einen Gold-Bullenmarkt; notiert der Kurs darunter, haben wir einen Bärenmarkt. Hier gilt es natürlich zu unterscheiden, ob der Kurs dauerhaft unterhalb des EMA(40) bleibt, oder - wie etwa bei Korrekturen - nur kurzfristig abtaucht und danach die Linie wieder zurückerobert.
Die aktuelle Situation im besagten Chart sieht wie folgt aus:
Quelle: Stockcharts
Wie Sie sehen können, ist auch nach dieser Betrachtung der Goldbullenmarkt völlig intakt (die obigen Preise sind mit 100 zu multiplizieren, um den Feinunzenpreis in Euro zu erhalten). Selbst wenn der Goldpreis in Euro also bis auf 850 Euro/Feinunze fiele, wäre es aus technischer Sicht immer noch keine Bedrohung für den längerfristigen Goldbullenmarkt.
Bringen wir nun die Goldaktien ins Spiel...
Es zeigt sich immer wieder, dass die beste Zeit Gold zu besitzen dann ist, wenn Goldaktien besser laufen als das Metall (also outperformen).
Diese Entwicklung lässt sich z.B. durch den folgenden Chart gut verfolgen:
Quelle: Stockcharts
Befindet sich der Chart in einem Aufwärtstrend (also überhalb der bullischen Unterstützungslinie) laufen Goldaktien besser als der Goldpreis; befindet sich der Chart in einem Abwärtstrend, ist es genau andersherum.
Wer also den Goldpreis kurzfristig traden will, kann diesen Chart mit in die eigenen Timing-Überlegungen einbeziehen.
Natürlich gibt jedoch keiner der bisher vorgestellten Indikatoren alleine ausschließlich treffende Signale. Viel mehr sind diese in der Summe zu betrachten (mehr hierzu weiter unten in diesem Artikel), denn wie der obige Chart etwa zeigt, underperformen die Goldminenaktien bereits seit Ende 2010 den Goldpreis - trotzdem steigt dieser.
Der Bullisch Prozent Index für Goldaktien
Sehr wertvolle Informationen liefert Ihnen natürlich auch der Bullisch Prozent Index des Goldminensektors. Dieser wird analog zum NYSE BP Index konstruiert und auch von den Schwellenwerten her gelesen, jedoch dient hier als Bezugsuniversum lediglich der Goldminenbereich.
Für den Index ergibt sich somit als Berechnungsfomel
(Goldminen auf P&F-Verkaufsignal / Anzahl aller Goldminen aus der Bezugsgruppe) x 100 = Indexwert
Damit ergibt sich zu Zeit das folgende Bild:
Quelle: Stockcharts
Der Goldsektor befindet sich also zur Zeit auf dem Rückzug. Dies erklärt natürlich auch, warum im oberen Vergleichschart zwischen Goldaktien und Goldpreis die Underperformance vorliegt.
Wie bei allen Bullisch Prozent Indizes ist im obigen Chart ein guter Kaufzeitpunkt für Goldaktien, wenn der Index unter 30 Punkten notiert und wieder in eine X-Spalte gedreht hat. Überkauft ist das Goldaktienuniversum bei Werten über 70. Gewinnmitnahmen empfehlen sich oftmals bei einem Wechsel in eine O-Spalte überhalb von 70 Punkten, da die dann einsetzende Volatilität schnell recht brutal die Goldaktien fallen lassen kann.
Setzen wir die Teile zusammen...
Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe weiterer Timing- und Analysemöglichkeiten für Goldaktien und den Goldpreis.
Bringen wir jedoch nun ein wenig Ordnung in das gefühlte Chaos.
Welchem Indikator sollten Sie also vertrauen?
Die Antwort ist relativ einfach: Keinem. Zumindest nicht einzeln.
Viel mehr sollten Sie die Situation in der Summe betrachten. Jeder Indikator hilft beim Timing des Goldsegments auf seine eigene Art weiter. Ideale Kaufzeitpunkte für Goldaktien sind erfahrungsgemäß dann, wenn sich Kaufsignale in verschiedenen Indikatoren (d.h. in den hier vorgestellten und in weiteren) auffällig zur gleichen Zeit häufen.
Auch wenn manches hier auf den ersten Blick vielleicht ein wenig sehr technisch wirken mag, zeigt die Erfahrung doch, dass es sich auszahlt sich in einer ruhigen Minuten ein wenig näher mit den hier kurz vorgestellten Techniken im Detail zu befassen.
Der Grund? Sie funktionieren und minimieren Ihr Risiko beim Kauf von Goldaktien erheblich, wenn sie korrekt eingesetzt werden.
Wie auch immer Sie sich entscheiden, wünsche ich Ihnen natürlich ein glückliches Händchen beim Goldaktienkauf.
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