Tierisch schlau
Christopher Corbett in Traders Daily
vom 08. August 2007 12:00 Uhr
ENL5454
Die Amerikaner besitzen 73 Millionen Hunde, 90 Millionen Katzen, 139 Millionen Süßwasserfische, 9 Millionen Salzwasserfische, 16 Millionen Vögel, 18 Millionen Kleintiere und 11 Millionen Reptilien. Die Statistiken des National Pet Owner Surveys (nationale Umfrage unter Tierbesitzern) zeigen, dass 69 Millionen der Haushalte - sie machen 63% aller amerikanischen Haushalte aus – ein Tier besitzen.
Die Vereinigung der Hersteller von Tiernahrung verkündet: „Der stetige Anstieg der Besitzer von Haustieren bestätigt, dass einer wachsenden Zahl von Amerikanern immer mehr bewusst wird, dass Tiere unser Leben wirklich bereichern. Tiere geben nicht nur bedingungslose Liebe und Zuneigung, Untersuchungen konnten auch zeigen, dass sie förderlich für die Gesundheit sind.“
Das müssen auch die Gründe sein, warum sich der NFL-Star Michael Vick dazu entschlossen hat, in den professionellen Hundekampf einzusteigen – bedingungslose Liebe, Zuneigung und ein nennenswerter Nutzen für die Gesundheit.
Der 27 Jahre alte Quarterback der Atlanta Falcons ist der am höchsten bezahlte Spieler in der Geschichte der National Football League – NFL. In der vergangenen Woche hat ein Bundesgeschworenengericht eine 18seitige Anklageschrift gegen Vick erhoben, bei der es sich um das schrecklichste und grausamste Dokument handeln könnte, das je über einen Profisportler verfasst wurde. Vick wird darin angeklagt, sich in seiner Freizeit bei Hundekämpfen in den Genuss eines nennenswerten Nutzens für die Gesundheit gebracht zu haben.
Vick wird beschuldigt, Hundekämpfe finanziert zu haben, die so grausig waren, dass der Verlierer entweder im Kampfring starb oder teilweise elektrisch hingerichtet, ertränkt, aufgehängt oder erschossen werden musste. Der Quarterback der Atlanta Falcons und drei weitere Angeklagte werden des kompetitiven Hundekampfs, der Vermittlung und der Ausbildung von Pitt Bulls zu solchen Kämpfen sowie des Betreibens eines entsprechenden Unternehmens bis über die Staatsgrenzen hinaus, angeklagt.
Das Unternehmen nannte sich “Bad Newz Kennels” und die Hunde im ländlichen Virginia auf einem Anwesen, das Vick gehört, untergebracht, ausgebildet und aufeinander losgelassen. Es scheint nicht so, als ginge es dabei in erster Linie um bedingungslose Liebe oder Zuneigung.
Wir sind schon so sehr an Fehlverhalten von Seiten der Profisportler gewöhnt, dass es kaum eine Nachricht wert ist, wenn einer der Läufer stolpert. Doch Vicks Hobby gibt der Sache eine neue Wendung.
Wir gehen heute schon davon aus, dass die Profisportler schummeln. Ach je, eigentlich sind sie fast nie gute Sportsmänner. Sie haben im Leben die Erfahrung gemacht, gewaltige Summen zu erhalten, wenn sie Kinderspiele spielen, sie werden deshalb kindisch, verhalten sich wie ungezogene Kinder, schmollen und quengeln. Und genauso wie derart verzogene oder verwöhnte Kinder, werden auch sie für ihr schlechtes Benehmen beinahe jedes Mal belohnt.