Tiefschlag, aber kein Niederschlag für Europa
Till Kleinlein in Devisen-Monitor zum Thema Ratingagenturen
vom 16. Januar 2012, 08:30 Uhr
ENL5454
auch Asien reagiert mit Abschlägen auf die Abstufungen in Europa durch die Ratingagentur S&P. Erst waren es am Freitag noch Gerüchte, dann aber bitte Wahrheit. Besonders schwerwiegend ist sicher das Downgrade für Frankreich, denn nach Deutschland ist Frankreich maßgeblich am EFSF-Rettungsschirm beteiligt. Aber auch Österreich wird seine Top-Bonitätsnote „AAA" entrissen, weitere Staaten wurden um ein bis zwei Stufen herabgestuft. Damit steigt dann auch die Angst, den Vorteil bei der Liquiditätsbeschaffung angeschlagener Euro-Staaten, den man sich durch den Rettungsschirm verspricht, könne sich mindern. Die Marktteilnehmer, die generell ihren Blick nach Amerika wenden, um sich im Dschungel der Finanzmärkte relativ sicher zu fühlen, haben heute weitere Ängste auszustehen. Heute ist Martin-Luther-King-Day und damit ruht der Börsenhandel an der Wall Street. An wen soll sich Dax & Co. ausrichten? Kann er sich nach dem Tiefschlag am Freitag auch alleine berappeln?
Der Euro taumelt jedenfalls weiter in den Seilen, kommt aus der Ecke einfach nicht heraus, bewegt sich weiter in der Nähe des Freitagstiefs - bei 1,2620. Ein Niederschlag erfolgte durch die Aktion der Ratingagentur aber nicht, hatte sie doch vor einigen Wochen nahezu alle Euro-Staaten auf den Prüfstand gestellt. Nur so sind die überschaubaren Abschläge zu begründen.
Der Kurzüberblick:
| Dax: | -0,58% |
| Dow Jones: | -0,39% |
| EuroStoxx50 | -0,33% |
| EUR/USD: | +0,01% |
| Gold: | -0,66% |
| Silber: | -2,02% |
| Öl (Sorte Brent): | -1,60% |