ThyssenKrupp zwischen Iran und Amerika
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 20. Mai 2003 18:00 Uhr
ENL5454
ThyssenKrupp (ISIN DE0007500001) hat angekündigt zahlreiche Geschäftsbereiche zu verkaufen. Insgesamt 33 Geschäftseinheiten, in denen rund 30.000 Beschäftige arbeiten, sollen veräußert werden. Das Unternehmen will sich damit auf die Bereiche Stahl, Industriegüter und Dienstleistungen konzentrieren. Die Verkaufserlöse werden unter anderem für den Schuldenabbau genutzt.
Zudem gab ThyssenKrupp an, vom Aktionär Iran für 406 Mio. Euro Aktien zurückgekauft zu haben. Begründet wird diese Schritt damit, dass gravierende wirtschaftliche Einbußen im US-Geschäft des Konzerns verhindert werden sollen. Genauere Angaben machte der Konzern dazu nicht.
Hintergrund für diese Aktion ist, dass die US-Regierung nach den Anschlägen vom 11.September, Unternehmen, an denen Länder wie der Iran mit mehr als 5 % beteiligt sind, von Regierungsaufträgen ausschließen kann. ThyssenKrupp erzielt immerhin einen Umsatz von 8 Mrd. Dollar in Amerika.
Der Schuldenabbau und die Konzentration auf die genannten Bereiche ist positiv zu bewerten. Die Anleger zeigten sich jedoch wenig erfreut über den hohen Aufpreis den ThyssenKrupp für den Rückkauf der Aktien an den Iran zahlen musste. Immerhin betrug der Preis 24 Euro / Aktie, das ist fast das Dreifache des aktuellen Werts.
ThyssenKrupp verliert 1,89 % auf 8,84 Euro. Bisher hatte ich zum Abwarten geraten. So langsam wird die Aktie interessant. Aufgrund der aktuellen Situation an den internationalen Indizes gilt leider immer noch: abwarten.