Thema Zucker
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 12. Februar 2007 12:00 Uhr
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*** Zunächst ein Leserbrief, der zeigt, dass das Thema „Einlagensicherung“ wirklich ein Thema ist, das Sie nicht vernachlässigen sollten. Ich möchte es Ihnen hiermit noch mal in Erinnerung rufen.
Trader´s Daily-Leserin Renée R. schrieb mir dazu (zur Ausgabe vom letzten Donnerstag):
"Ich finde es toll, dass Sie immer wieder lehrreiche Hinweise bringen, vielen Dank. Ihren heutigen hinsichtlich Einlagensicherung hätte ich im Jahre 2000 dringend gebraucht. Da erging es mir nämlich genauso. Die Bank ging pleite und meine 60.000 DM waren unwiederbringlich weg. Für mich damals ein großer Schock. Heute frage ich immer nach der Einlagensicherung.“
*** Thema Zucker.
Ja, ich weiß, der Zuckerpreis ist in den letzten Monaten ziemlich gefallen. Als Zucker-Bulle stand ich also entsprechend mies da. Als ob ich das nicht schon selber bemerkt hätte, wurde mir das auch noch in zahlreichen Emails bestätigt.
Ich möchte Ihnen heute meine aktuelle Einschätzung zu Zucker mitteilen. Denn es ist ja nicht so, dass ich „aus Prinzip“ an einer Empfehlung von mir festhalte. (Kurzer Einschub: Ein großer Fehler ist, wenn Sie selbst investiert sind, nur noch selektive Wahrnehmung zu betreiben. Also nur noch das zu sehen bzw. sehen zu wollen, was die eigene Positionierung bestätigt. Da sollte jeder mit sich selber sehr kritisch sein, auch wenn das nicht immer einfach ist, das kann ich Ihnen sagen.)
Denn die Einschätzung zu einem Basiswert gebe ich immer unabhängig von der Performance. Das heißt: Auch wenn eine Position im Minus oder im Plus steht, ich analysiere sie unabhängig davon.
Also, bin ich weiter bullish für Zucker?
Aber ja! Ich mache es mir einfach und kopiere Ihnen in diese Ausgabe einen Auszug aus dem letzten Strategiepapier von Rohstoff Signale (unter uns: Bei diesem meinen geliebten Rohstoffdienst hat Zucker die Performance nach unten gerissen).
Also, Zitat vom Freitag:
“Ich weise auch in den Updates darauf hin: Die Nachfrage nach Zucker wird 2007 stark steigen. Eindrucksvollstes Beispiel ist die EU. Die ist – nach Brasilien – der zweitgrößte Zuckerproduzent der Welt. Und dieser zweitgrößte Produzent der Welt hat gerade (nämlich gestern, von der Öffentlichkeit so gut wie nicht bemerkt) beschlossen, in diesem Jahr 200.000 Tonnen Zucker...
...nicht zu exportieren, nein zu importieren!
Dieser Zucker soll u.a. für die Ethanol-Produktion verwendet werden. Klar, kein Wunder: Die EU hat ja für Benzin Beimischungspflichten erlassen. Bis 2010 sollen 5,75% Biokraftstoff dem ´normalen´ Kraftstoff beigemischt werden. Dumm nur, dass die EU gerade Subventionen für Zuckeranbau runtergefahren hat. Denn jetzt geht die Zuckerproduktion der EU zurück, gleichzeitig steigt ihre Zuckernachfrage gewaltig an. Der Effekt davon ist das, was wir gerade sehen: Die EU tritt nun weltweit als massiver Zucker-Käufer auf.
Wenn sich diese Erkenntnis so langsam auch bei den großen Spekulanten in Chicago durchsetzt, sollte der Zuckerpreis durchstarten. Ohnehin sind die Kommerziellen (also die, die Zucker zur Weiterverarbeitung kaufen) derzeit in Chicago so long wie seit Jahren nicht mehr. Das heißt, sie rechnen mit steigenden Zuckerpreisen. Genau wie ich! Also, meine Durchhalteappelle bei Zucker sind kein Selbstzweck, sondern ich hoffe, dass dieses As im Ärmel greift.“
Zitat Ende. Jetzt wissen Sie, warum ich weiter bullish für Zucker bin.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Michael Vaupel