Thema Währungssicherung
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Derivate & Hebelprodukte
vom 30. November 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
*** Zu Wochenbeginn zum Thema „Währungssicherung" - denn es erreichte mich diese Nachricht, von Trader´s Daily-Leser Stephan N.:
"Die Währungssicherung bei den Zertifikaten ist mir nicht ganz klar. Wenn Dollar steigt, fällt - üblicherweise - das Gold. Wenn Gold fällt, steigt mein Short-Zertifikat an. Soweit, so gut! Nun, mein Zertifikat notiert in Euro. Also, es steigt in Euro. Steigt es noch mehr an, wenn es währungsgesichert ist? Wenn ich dadurch das Recht bekommen würde, meine gewonnenen Euro zum alten Kurs in Dollar umtauschen zu dürfen, wäre eine Währungssicherung sinnvoll. Da habe ich einige Verständnisschwierigkeiten."
Meine Antwort:
Vergessen Sie Ihre Überlegung dazu, lieber Leser. So ist die Sach´:
*** Ein SHORT-Zertifikat ohne Währungssicherung funktioniert so:
Beispiel: Basispreis liegt bei 1.350 Dollar. Bezugsverhältnis 10:1. Goldpreis: 1.150 Dollar. (Transaktionskosten etc. vernachlässige ich.)
Der Wert des Scheins errechnet sich dann so: Basispreis minus Goldpreis = 200 Dollar.
Geteilt durchs Bezugsverhältnis (10 Scheine sind notwendig, um die Differenz zu erhalten): 20 Dollar.
Da das Short-Zertifikat in Euro notiert, wird dieser Dollar-Betrag dann in Euro umgerechnet.
Nehmen wir an, der Euro steht bei genau 1,50 Dollar. 20 Dollar sind dann 13,33 Euro.
Und da in etwa sollte der Kurs des Scheins dann auch stehen.
*** Ein SHORT-Zertifikat mit Währungssicherung funktioniert so:
Beispiel: Basispreis liegt bei 1.350 Dollar. Bezugsverhältnis 10:1. Goldpreis 1.150 Dollar. Aber diesmal mit Währungssicherung.
Dann errechnet sich der Wert des Scheins auf die gleiche Weise wie oben (1.350 Dollar minus 1.150 Dollar, geteilt durch 10 = 20 Dollar).
Mit diesem wichtigen Unterschied: Die Währungseinheit Dollar wird ignoriert. Es wird direkt so getan, als ob alles in Euro angefallen wäre. Kurs des Scheins sollte deshalb sein: 20 Euro.
Das ist alles.
Und das sollten Sie als Zertifikate-Trader unbedingt wissen, finde ich.
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche!
Michael Vaupel
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