Thema Rohstoff-Explorer
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Nebenwerte
vom 26. August 2008, 12:00 Uhr
ENL5462
Das Problem bei den Explorer-Aktien ist das Herausfiltern der wirklichen Perlen.
Ich halte es deshalb grundsätzlich lieber so: „Märkte statt Einzeltitel", also lieber ein Gold-Zertifikat oder physisches Gold als eine Goldminen-Aktie. Hebelwirkung kann ich auch mit Zertfikaten erzielen, dazu brauche ich keine volatilen Explorer. Ich empfehle Ihnen die gleiche Vorgehensweise.
Bedenken Sie: Die Manager der schlechten Explorerunternehmen sind sehr clever. Die wissen ganz genau, wie sie ihre Unternehmen präsentieren müssen, damit Anleger auf die Aktien aufmerksam werden.
Jeder Explorer sagt, dass er über Lizenzen für Gebiete mit gigantischen xxx-Reserven und -Ressourcen verfügt (bei xxx bitte einsetzen: Gold-, Silber-, Uran-, Öl-, Platin-, Kupfer-, Nickel- etc.).
Das macht es selbst Branchenexperten so schwer, den einen Diamanten unter den 10 Glassteinen herauszufiltern, die nur wie Diamanten geschliffen wurden. Fraglos gibt es unter den Tausenden der Rohstoff-Explorer ganz hervorragende Qualitätsunternehmen, deren einziger „Fehler" es ist, dass sie sich noch in einem sehr frühen Firmenstadium befinden.
Diese Unternehmen werden von Explorern zu Produzenten aufsteigen und ihren Anteilseignern über die Jahre grandiose Gewinne von mehreren Tausend Prozent bescheren. Aber dafür müssen Anleger vorher die Spreu vom Weizen trennen. Wie bereits angedeutet, ist das im Explorer-Sektor leider extrem schwer. Das liegt vor allem an 4 Gründen:
1. Grund:
Die schlechten Explorer und vor allem die schwarzen Schafe wissen längst, mit welchen Pressemitteilungen und welchen Formulierungen sie die Gier der Anleger auslösen können. Das bedeutet: Die Meldungen der Explorer klingen fast alle gleich. Das erschwert es den Anlegern herauszufiltern, welche Meldungen wirklich fundamental gut sind.
2. Grund:
Es gibt bei der Masse der Explorer kaum Belege für die Prognosen und Versprechungen. De facto vertrauen Sie Ihr hart erarbeitetes Geld den Versprechungen eines Managements an, dessen Menschen Sie noch nie im Leben gesehen haben.
Hier sollten Sie sich den entscheidenden Punkt der Aktienanlage immer wieder genau vor Augen führen. Eigentlich ist dieser ebenso logisch wie selbstverständlich.
Aber trotzdem ist auffällig, dass die Masse der Privatanleger diesen alles entscheidenden Fakt im gierigen Rausch nach Gewinnen immer wieder vergisst: Wenn Sie eine Aktie kaufen, dann werden Sie Teilhaber dieses Unternehmens!
Sie investieren Ihr eigenes Geld in diese Firma und werden damit Besitzer (wenn auch meist nur ein kleiner) dieser Company.
Die meisten Explorer haben bisher kaum Probebohrungen mit Testergebnissen aufzuweisen. Von den wichtigen N43-101-Studien ganz zu schweigen. (Die N43-101-Studie über Explorationsergebnisse ist eine spezielle Studie, die von der Toronto Stock Exchange offiziell anerkannt und ist deshalb qualitativ besonders anspruchsvoll ist).
Das ist der große Unterschied zwischen dem Explorer-Sektor und anderen Wirtschaftszweigen: Wenn ein Internetunternehmen große Versprechungen macht, dann lässt sich anhand der Besucherzahlen schnell erkennen, ob diese Prognosen realistisch sind oder nicht. Oder nehmen wir einen „Handy"-Hersteller: Wenn „die Jugend" das neue Gerät nicht kauft, dann ist das Produkt gescheitert. Bei der Masse der Explorer sind derartige Vergleiche häufig unmöglich.
Mehr dazu morgen. Bis dahin!
Ihr
Michael Vaupel
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