Thema Rohstoff-Explorer, Teil 2
Michael Vaupel in Traders Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 27. August 2008, 12:00 Uhr
ENL5454
Fortsetzung von gestern...die „4 Gründe"...wir sind bei Punkt 3 angekommen:
Grund 3 schließt nahtlos an Grund 2 an: Da sich Explorer in einem sehr frühen Stadium befinden, lassen sich die Geschäftsentwicklungen kaum physisch überprüfen. In den meisten Fällen ist alles, was ein Explorer vorzuweisen hat, ein riesiges Landgebiet voller Natur und vielleicht irgendwo eine Bohrvorrichtung für Probebohrungen.
Daran lassen sich die Qualitätsunterschiede also kaum feststellen. Anders als z.B. bei einem Chip-Hersteller. Da gibt es einen Computerchip, den man anfassen und persönlich testen kann.
4. Grund:
Fast alle Explorer sind so klein, dass sie von renommierten Analystenhäusern so gut wie nie bewertet (oder, im Börsensjargon gesprochen: „gecovert") werden.
Über diese Werte gibt es daher kaum Analysen von anerkannten Finanzhäusern (wobei das nicht immer eine Garantie für Qualität ist, Sie wissen was ich meine).
Aus diesen vier Gründen existiert leider keine allgemein gültige Formel, wie man die qualitativ überzeugenden Explorer von den schlechten Unternehmen unterscheiden kann. Es gibt allerdings einige Analyseansätze, mit denen Anleger die schwarzen Schafe unter den Explorern besser identifizieren können.
Ich hatte dazu mal eine Serie, hier im Trader´s Daily; ich krame die nun einmal heraus und schaue, ob ich darauf vielleicht noch einmal aufbaue. Schau´n wir mal!
*** Geht es Ihnen auch so? Manchmal ärgere ich mich über entgangene Gewinne fast noch mehr als über erlittene Verluste...
Beispiel Fannie Mae und Freddi Mac. „Ich habe es doch gewusst!" Seit ca. zwei Jahren hatte ich diese Titel auf meiner Watchlist, weil ich sie shorten wollte. Und spätestens seit einem Jahr war es doch jedem halbwegs vernünftig denkenden Trader klar, dass diese beiden Hypothekenbanken unter Druck kommen würden.
Ich weiß noch, dass ich einmal bei einem Kurs von rund 50 Dollar bei Fannie Mae konkret den Einstieg mittels Short-Zertifikat erwägte.
Ich ließ es dann (klar, sonst wäre die Einleitung dieses Abschnitts auch anders gewesen...) - weil ich dachte, da möchte ich noch ein paar Cents besseren Einstiegskurs ausreizen.
Und dann geriet dieser anvisierte Trade aus meinem Blickfeld, was weiß ich, was da war, Ärger mit Werbetextern oder Emittenten oder sonstige Dinge, die das Leben bereichern. Nun, später wäre immer noch genug Zeit gewesen, Fannie Mae zu shorten. Doch als der Kurs dann bei 40 stand, wollte ich nicht mehr short gehen, weil ich dachte: Jetzt habe ich die ersten Gewinne verpasst, ich wollte den Titel doch bei 50 shorten. Na, abwarten, es gibt sicher eine Bärenmarkt-Rallye und dann kann ich doch noch handeln.
Es kam anders. Es fielen die 30. Dann die 20. Dann die 10. Und inzwischen steht der Kurs von Fannie Mae bei rund 5 Dollar. Und damit bei einem Zehntel des Kurses, als ich ursprünglich short gehen wollte.
Argh!
Ich habe es doch gewusst.
Genau das ärgert mich - nämlich trotzdem nicht gehandelt zu haben.
Ihr
Michael Vaupel
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