Thema Goldaktien: Explorer mit besserer Performance als Goldminen
Martin Denholm in Baltimore in Traders Daily zum Thema Gold als Geldanlage
vom 21. Dezember 2005 12:00 Uhr
ENL5454
Goldaktien bewegen sich mit dem Goldpreis, aber ihre Kurse schwanken gründlicher. Mit anderen Worten: die Goldaktien haben Hebelwirkung in Bezug auf Gold.
Das ist das ganz allgemeine Bild und es ist der Ausgangspunkt für meine Überlegungen zum Thema Gold. Aber damit sind natürlich nicht alle Fragen beantwortet. So stellt sich z.B. die Frage, ob man in einem Goldbullenmarkt eher mit den Explorern (die neue Goldvorkommen suchen und erschließen) oder mit den Minenbetreibern Geld machen kann.
Gibt es eine vorhersehbare Phase dieses Marktes, in der man mit einer größeren Wahrscheinlichkeit die wirklich großen Erträge erzielt als zu anderen Zeiten? Und wenn man von einem steigenden Goldpreis ausgehen kann, gibt es dann noch andere Faktoren, die Einfluss auf den Anstieg der Goldaktien haben? Insbesondere aber die Frage, ob Goldaktien, da sie nun einmal Aktien sind, auch ohne einen grundsätzlich wohlwollenden Grundton am Aktienmarkt steigen können? Sie werden viele gute Gründe finden, warum einem Goldaktien gefallen. Aber ich hoffe dennoch, dass Sie sich nicht in sie verlieben. Wenn ich auch grundsätzlich ein abgeklärter Goldanhänger bin, bin ich dennoch nicht immer ein Gold-Bulle. Ich behalte immer im Hinterkopf, dass Goldanteile keine Erbstücke sind, sondern brennende Streichhölzer.
Und wenn ich auch davon ausgehe, dass der Markt den größten Gold-Run in der Geschichte erleben wird, dann weiß ich auch, dass diese Aktien, nachdem der Run vorbei ist, mehr als 90 % ihres Wertes verlieren werden ... so wie jede Art von Aktie, wenn die Manie vorbei ist. Aber die gute Nachricht ist, dass die Manie noch nicht einmal angefangen hat. Aus vielen Gründen (der wichtigste ist die vergangene Zeit) ist es überraschend schwierig, an sichere Zahlen zu den vergangenen Bullenmärkten bei Gold zu kommen – ganz besonders für die Explorer.
Viele der Alten, die sich noch an den Bullenmarkt von 1970 erinnern können, sind heute entweder im Ruhestand oder sie betrachten die Blümchen von unten. Manche der Aktienindizes, die wir gerne befragen würden, existieren nicht einmal. Und der Vancouver Stock Index, der Nährboden von so vielen Explorer-Gesellschaften, war vielen Veränderungen unterworfen. Ich wünschte, ich hätte meine Tabellen von vor 25 Jahren aufgehoben.
Sie wissen vermutlich schon, dass es eine ganze Reihe von Gründen gibt, warum ich glaube, dass eine ganze Reihe von breiteren Aktienmärkten bald ihrem finanziellen Freddy Krüger begegnen werden. Ich will sie hier nicht wiederholen, ich will nur feststellen, dass wir uns sehr schnell einem Punkt nähern, an dem sich die amerikanischen Regierung entscheiden muss, ob sie die bis über beide Ohren verschuldeten Konsumenten in den Ruin treiben will. (Indem sie die Zinssätze weiter anhebt, um so den Dollar auch weiterhin für die fremden Kreditgeber attraktiv zu machen, die täglich zwei Milliarden Dollar an die Amerikaner verleihen.) Oder ob sie den Dollar einbrechen lässt, was eine Reihe von fiskalischen Unerfreulichkeiten zur Folge hätte. Mit dieser weniger als rosigen Aussicht im Hinterkopf, will ich die Feststellung überprüfen, dass Goldaktien, weil sie Aktien sind, den allgemeinen Trends des Aktienmarktes folgen werden.
Dummerweise lässt sich diese Vorstellung nicht aufrecht halten. Goldaktien folgen eher ihrem eigenen Takt, manchmal in die gleiche Richtung wie der allgemeine Aktienmarkt, doch manchmal weichen sie auch deutlich davon ab. Und doch ist es richtig, dass man die stärksten Bewegungen dann erlebte, als sowohl Gold, als auch der Markt stieg (1971-73, 1983, 1985-1987, 1993-1996). Goldaktien können sich also ganz unabhängig vom S&P Index bewegen. Aber was bewegt sie dann?
Grundsätzlich gibt es drei Kräfte, die dazu führen können, dass Goldaktien deutlich steigen.
- Der Goldpreis selbst. Meiner Meinung nach wird es noch mindestens zwei weitere Jahre steigender Goldpreise geben – währenddessen bestimmt auch einen unglaublichen Anstieg, der noch aussteht.
- Entdeckungen. Unter den Stimulationen für das Interesse der Investoren gibt es wohl außer einem steigenden Goldpreis nur wenige, die stärker wirken, als das Auffinden großer Goldvorkommen. Eine Entdeckung wirkt sich eigentlich immer auf eine Reihe von Firmen aus, die das (verdammte) Glück haben, in der Nähe des Fundorts Grundstücke zu besitzen und manchmal auf den Goldsektor als solchem.
- Werbung. Ein entschlossener Promoter kann Wunder wirken. Zumindest in einem bestimmten Bereich und in einer bestimmten Phase kann er selbst mittelmäßige Aktien in Schwindel erregende Höhen treiben. Das war der Fall für Nevsun, – zumindest für die kurzfristigen Erträge – die fast über Nacht auf das Achtfache angestiegen sind, wegen der frenetischen Bemühungen eines einzigen Brokers. In den Achtzigern war ein einziger, sehr hart arbeitender Promoter in der Lage, fast im Alleingang zwei getrennte Bullemärkte auszulösen. Mit solchen Antreibern im Hinterkopf, ist es an der Zeit für eine kurze Reise in die Vergangenheit.
Mehr dazu noch morgen, hier im Trader's Daily.
ähnliche Beiträge:
- Thema Goldaktien: Explorer mit besserer Performance als Goldminen, Teil 2
- Ein positives Bild bei den Goldminen
- Eine wichtiger Ausbruch im Goldaktien-Sektor
- Gold- / Öl-Ratio: Bullish für Goldaktien
- Goldminen +/- 0 und Goldpreis + 20 % in diesem Jahr
- Die Berichtspflichten der Explorer sind Gold wert
- Rohstoff-Explorer und die PR-Politik
- Tipps zum Timing von Goldaktien