Thema: Gold-Konsolidierung!
Miriam Kraus, Rohstoff Daily vom 28.07.2010 20:00
ENL5292
Heute wollen wir zunächst wieder mal ein bisschen über den Goldpreis plaudern, bevor wir uns im zweiten Teil der Fortsetzung unserer Wirtschaftstheorien-Reihe mit den Gossenschen Gesetzen widmen.
Warum? Nun, in den letzten Tagen haben mich Leser verstärkt nach dem Gold gefragt.
Wie zum Beispiel Leser E.L.:
Sehr geehrte Frau Miriam Kraus !
Was ist eigentlich mit dem Gold los? Sie sind doch eine Anhängerin von Gold. Sehr lange schon vermisse ich Ihre Kommentare dazu.
Mit freundlichen Grüßen
Herr L.Vielen Dank!
Tatsächlich bin ich angesichts der, nun doch etwas größere Dimensionen annehmenden Wirtschaftstheorien-Reihe, nicht mehr täglich dazu gekommen über reine Rohstoff-Themen zu berichten. Allerdings habe ich am 05.07. bereits meine mittelfristige Goldprognose gestellt, die ich im folgenden noch einmal wiederholen möchte.
Doch zunächst zur Sache...
Gold sei die Konsolidierung gegönnt
Die Goldpreise befinden sich aktuell in einer Konsolidierungsphase. Kein Wunder, nachdem Gold zuvor in äußerst freudige Höhen gestiegen war und im Juni neue All-Time-Highs erreicht hatte. Auf so eine Entwicklung muss zwangsläufig eine Gegenbewegung folgen. Ich persönlich mag solche Phasen, denn sie spülen schließlich das zuvor aufgelaufene viel zu starke spekulative Interesse heraus und bieten, wenn sie ihr Ende gefunden haben, neue günstigere Einstiegsgelegenheiten.
Und genau das passiert auch gerade. Während Mitte Juni noch 90% der Spekulanten positiv für Gold gestimmt waren, bauen sie momentan ihre zuvor extrem hohe Netto-Long-Position wieder ab. Mittlerweile sind die Netto-Long-Positionen der Spekulanten auf ein 4-Monats-Tief gesunken.
Nun stellt sich die Frage nach Art und Dauer der Korrektur
"Tja, im Moment hält sie noch, die 1.200 USD-Marke! Doch ich wäre auch nicht überrascht, wenn es noch einen Knick bis in Richtung der 1.100 USD und eventuell sogar in den Bereich um 1.070 USD gäbe. Eine Korrektur um 10-15% vom Hoch würde den, zwischenzeitlich immer mal wieder warm laufenden spekulativen Faktor, mal wieder aus dem Markt drängen und Platz machen für eine gesunde Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends, mit dann wieder deutlich höheren Preisen zum Jahresende."
Zu dieser Überlegung stehe ich nach wie vor. Ich meine damit, dass nach wie vor die Möglichkeit besteht, dass aus der aktuellen Konsolidierungsphase technisch eine zwischenzeitliche Korrekturphase (über ein paar Monate hinweg) wird. Wohlgemerkt zwischenzeitlich, denn langfristig gehe ich nach wie vor von deutlich steigenden Goldpreisen aus.
Nun ist es im Moment aber auch so, dass günstigere Preislevels immer wieder und nun stärker die physische Nachfrage anziehen. Tatsächlich zieht, nach dem Preisrückgang in dieser Woche, die physische Nachfrage (also die Nachfrage von Seiten der Schmuckindustrie) vor allem in Indien. China und Asien generell wieder deutlich an. Ende August beginnen dann schon wieder bestimmte saisonale Faktoren (bis in den Winter hinein, wo die saisonal bedingten Nachfragefaktoren noch stärker werden) die ebenfalls für eine steigende Nachfrage stehen. Es besteht also auch die Möglichkeit, dass aus der Korrekturphase bestenfalls ein kurzfristiges Korrektürchen wird, das bereits um ein Preislevel bei 1.150 US-Dollar pro Unze beendet ist.
Betrachten Sie den langfristigen Chart
Wie auch immer...Gold hält man am besten in physischer Form zu Hause, so dass man sich erstens seiner Barren und Münzen jederzeit erfreuen kann und zweitens nicht unter Druck gerät. Denn: Gut Ding will Weile haben....
So auch das Gold und so sehen wir uns zum Schluss noch den langfristigen Chart an:
Goldpreis in USD seit 2002
Quelle: CFX-Trader
Schöner Trend, nicht wahr?! Und noch etwas fällt auf: tatsächlich könnte der Goldpreis noch bis auf 900 USD einbrechen, ohne dass der langfristige Aufwärtstrend Schaden nimmt.
Beim Gold in Euro siehts ähnlich aus:
Quelle: CFX-Trader
Auch hier wäre theoretisch noch Korrekturplatz nach unten, sogar bis unter 800 Euro, bevor sich langfristig das Bild ändert.
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