The trend is your friend
Profit Radar
vom 06. Dezember 2006 19:00 Uhr
ENL5462
Neben der fundamentalen Perspektive spielt jedoch auch die charttechnische Verfassung der US-Märkte eine Rolle. Auch wenn ich durchaus von einem antizyklischen Ansatz als Depotbeimischung in Einzelwerten überzeugt bin, wofür man allerdings immer sehr gute Argumente braucht, gilt an den Börsen ein unumstößlicher Ansatz: The trend is your friend, oder anders ausgedrückt: Der Markt hat immer Recht. Auch einer dieser Börsenweisheiten, die aber einen wahren Kern haben.
Wenn Sie sich einmal den Chart von Nasdaq Composite und Dow Jones anschauen, wissen Sie wovon ich rede. Seit dem Ende des Sommers haben beide Indizes einen perfekten Aufwärtstrendkanal ausgebildet. Die bisherigen Korrekturen waren nichts mehr als nur eine kurze Verschnaufpause auf dem weiteren Weg nach oben. Wer hier in den Korrekturen verkauft hat, musste verdammt schnell sein, um wieder einzusteigen, sonst hätte er eine Menge Performance verpasst. Das ist ohnehin das Grundproblem vieler Trader: Zu früh verkaufen und zu spät wieder einsteigen.
Meine Meinung ist: Solange die Märkte in den „durchwachsenen“ US-Konjunkturdaten keinen Grund für eine nachhaltige Korrektur sehen, sondern das Gegenteil tun, nämlich weiter steigen, gibt es keinen Grund zu verkaufen. Sie können davon ausgehen, dass die US-Börsen als sensibler Indikator die „durchwachsene“ Konjunkturentwicklung längst vorweg genommen haben.
Hinzu kommt, dass immer noch sehr viel freie Liquidität im Markt ist, die noch nicht investiert ist. Durch unsere Kontakte wissen wir, dass zum Beispiel viele Versicherungsgesellschaften die Rallye verpasst und eine viel zu niedrige Aktienquote haben. In jeder Korrekturphase wird diese überschüssige Liquidität investiert.
Und: Wie sensibel die US-Märkte auf Konjunktursorgen reagieren, haben wir im Mai erlebt, als der neue Fed-Chef Bernanke mit ein paar unbedachten Äußerungen zu Inflation und Zinsentwicklung zu einer massiven Korrektur beigetragen hat. Im Moment sieht es nicht danach aus, und deshalb stellen wir uns auch nicht gegen den Gesamtmarkt.
Was wir aber tun, und das schon seit etlichen Jahren mit Erfolg, ist: Wir sichern unsere Positionen konsequent durch Stops ab, die wir regelmäßig nachziehen, um Kursgewinne abzusichern. Einige Privatanleger tun dies offensichtlich aber nicht, die uns dann mit Depotlisten uralter Positionen beglücken und uns um eine aktuelle Neueinschätzung aller Positionen bitten statt selbst Verantwortung für die eingegangen Positionen zu übernehmen.
Gute Kurse wünscht Ihnen
Volkmar Michler
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