Teure Kindergärten in New York
Teure Kindergärten in New York in Investors Daily
vom 24. Februar 2004 18:00 Uhr
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Der Bullenmarkt geht weiter. Jahr für Jahr steigen die Kurse ... aber niemand freut sich darüber. Ich beziehe mich dabei übrigens nicht auf den Bullenmarkt and er Wall Street, sondern an den Bullenmarkt bei den Kosten für einen Vorschulkindergarten mit Unterricht hier in Manhattan.
"Jährliche Kosten für Vorschulkindergärten haben 26.000 Dollar pro Jahr erreicht", so Bloomberg News, "fast soviel, wie man für ein Jahr Yale oder Princeton (Elite-Universitäten) ausgeben muss ... die Nachfrage nach den ungefähr 2.300 Vorschulkindergartenplätzen in Orten wie Dalton oder Horace Mann ist stärker als je zuvor, und in einigen Vorschulkindergärten kommen 15 Bewerbungen auf jeden freien Platz. Hinter der explodierenden Nachfrage steckt die wachsende Ansicht unter den Eltern, dass der Unterricht vor der Einschulung ihre Kinder fit für Harvard, Yale oder andere Top-Universitäten macht."
Offensichtlich sind die Boomzeiten an der Wall Street zurückgekehrt ... oder vielleicht waren sie niemals richtig weg.
"Das ist Angebot und Nachfrage", so Nina Bauer gegenüber Bloomberg News. Frau Bauer arbeitet für Ivy Wise Kids, ein Dienstleistungsunternehmen, das von Eltern 5.000 Dollar kassiert – und ihnen dafür beibringt, wie sie ihre 4 Jahre alten Kinder für die Zugangstests und Interviews dieser Vorschulkindergärten vorbereiten. "An der Wall Street erhalten die Leute dieses Jahr große Bonuszahlungen", stellt sie fest. "Niemand hat sich über den Preis beschwert."
Und auch an der Börse sind die Aktienkäufer nicht besonders preissensitiv. Die Nachfrage ist unelastisch. Die Käufer von Aktien wollen unbedingt Zugang zu Kapitalgewinnen haben, da denken sie kaum über den Preis nach. Leider entdecken die Investoren oft, dass unkritisches Aktienkaufen ihnen nur den Zugang zur Schule der harten Schläge ermöglicht.
Letzte Woche zeigten die amerikanischen Aktienkäufer etwas weniger Enthusiasmus für Aktien als normal. Viele ehemals enthusiastische Käufer wechselten sogar auf die Verkäuferseite – vielleicht deshalb, weil sie die Gebühren für den Vorschulkindergarten ihrer Kinder bezahlen mussten.
Letzte Woche verlor der Nasdaq-Composite 0,8 % auf 2.037 Punkte, und er wurde vom Halbleiter-Sektor nach unten gezogen. Wie das Barron's Magazin beobachtet hat, war es "das Unvermögen der Halbleitertitel, aus den damals starken Ergebnissen von Broadcom und Applied Materials eigene Stärke zu ziehen ( ...) was Teil der Underperformance der Technologie-Aktien in den letzten Wochen war."
"Die schwachen Technologie-Aktien – der Halbleiterindex SOX hat im letzten Monat 8 % verloren, während der Gesamtmarkt per saldo stagnierte – waren an der Wall Street ein großes Gesprächsthema, wobei die Bedenken wuchsen, dass dieser einst führende Sektor besorgniserregende Signale für den kontinuierlichen Zustrom von Risikokapital in die Aktien liefert."
Zum Gold: Das beendete die letzte Woche mit einem Stand von 397,55 Dollar je Feinunze. Ein ominöser Kursrückgang von 12,70 Dollar führte zu diesem niedrigsten Wochenschluss seit Ende November. Danach war der Goldpreis jede Woche mit Notierungen von über 400 Dollar ins Wochenende gegangen. Übrigens kamen letzte Woche auch die Goldminenaktien deutlich zurück, der Amex Gold Bugs Index verlor 6 %. Der Kollaps beim Gold ging zufälligerweise Hand in Hand mit einer Erholung des Dollar, die Mitte letzter Woche startete. Anlass war eine Meldung, derzufolge die ausländischen Käufe von US-Staatsanleihen im Januar gestiegen waren. Daraufhin erholte sich der Dollar gegenüber dem Euro um 3 %.
Ist die Rally beim Goldpreis wirklich vorbei? Steht uns jetzt ein Dollar-Bullenmarkt bevor? Die meisten Trends des "großen Bildes" würden dagegen sprechen. Andererseits – mittlerweile setzt fast jeder auf steigende Goldpreise und einen fallenden Dollarkurs. Und entsprechende Trades sind "Massentrades" geworden.
Ein Investmentprofi teilte mir letzte Woche mit: "Auf einen fallenden Dollar zu setzen, ist einer der beliebtesten Trades geworden, die ich je in meiner langen Karriere gesehen habe. Vom Standpunkt eines Antizyklikers aus muss sich dieser Trade eine Zeitlang umdrehen. Ich denke, der ganze "Reflations-Trade" wird sich eine Zeitlang umdrehen. Natürlich würde es mich nicht stören, wenn der Dollar eine Zeitlang steigt und der Goldpreis eine Zeitlang fällt. Wenn Gold fällt, dann werde ich mehr kaufen."
Und genau das werde ich auch tun.