Termine der Woche: NA ist für Überraschungen gut - Teil 2
Georg Pröbstl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 15. Dezember 2006 17:00 Uhr
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Dienstag: Viele Privatanleger und institutionelle Investoren warten gespannt auf die vorläufigen Jahreszahlen bei Norddeutsche Affinerie (WKN 676650). Da der Kupferhersteller ein abweichendes Geschäftsjahr – jeweils von Oktober bis September – hat, kommen die Jahreszahlen entsprechend früh. Vielleicht haben Sie den Kursverlauf des Hamburger Konzerns verfolgt: Vom 2006er-Hoch bei 27,25 Euro Ende März rauschte die Aktie in nur zehn Wochen um 38,8 Prozent nach unten. Der Markt hielt offensichtlich ein Abtauchen der Kupferpreise und –nachfrage für wahrscheinlich und sah den Hamburger Kupfer-Konzern schon in rauem Fahrwasser. Doch der befürchtete Einbruch blieb aus. Die Quartalszahlen bei NA zeigen nach oben. Das Ergebnis je Aktie kletterte nach neun Monaten von 1,08 auf 1,21 Euro. Analysten erwarten nun ein Jahresergebnis von 1,80 Euro je Aktie.
Der Kurs der Hamburger Kupferhütte legte vom Tief im Juni inzwischen auch wieder 35 Prozent zu. Die Aktie kommt aber trotz der Erholung nur auf ein erwartetes KGV im Bereich von zwölf. Und das bei einer Dividendenrendite, die mit 4,5 Prozent wohl die höchste im gesamten MDAX ist.
Vielleicht spielt Firmenchef Werner Marnette am 19. Dezember sogar noch Nikolaus für seine Aktionäre und überrascht sie mit einem vorzeitigen Weihnachtsgeschenk, sprich besser als erwarteten Geschäftszahlen. Sie sollten sich NA übrigens nicht nur spekulativ sondern auch einmal mittelfristig ansehen. Wegen hoher Energiekosten bauen die Hamburger ihr eigenes Kraftwerk zur Stromversorgung. Aufgrund der dadurch schon in einigen Jahren deutlich fallende Energiekosten dürfte der NA-Gewinn klar zulegen.
Mittwoch: Jahresabschluss Escada.
Donnerstag: Hornbach Holding und Hornbach Baumarkt liefern Quartalszahlen.
Freitag: Hauptversammlung bei Softline (WKN 720600). Bin schon gespannt, ob es endlich einmal positive Meldungen vom Offenburger Unternehmen gibt. In der Vergangenheit war Softline immer wieder für Spekulationen gut: Einstieg in neue Geschäftsbereiche, Vollzug des Turnaround und und und ... was war nicht alles geplant. Bisher hat aber nichts geklappt. Lediglich die defizitären Auslandstöchter wurden verkauft bzw. abgestoßen. Übrig blieb das immer noch defizitäre Deutschland-Geschäft, in dem im abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 ein Verlust von 1,7 Millionen Euro auflief.
Softline war früher aber nicht nur wegen der möglichen Besserung im operativen Geschäft interessant. Die Aktie wurde nämlich regelmäßig mit Abschlägen von über 20 Prozent auf den Cash-Bestand gehandelt. Hier konnten Anleger immer wieder gut verdienen. Derzeit liegt der Börsenwert des Unternehmens bei 5,3 Millionen Euro und damit unter Cash von 5,8 Millionen Euro Ende Juni. Wie viel davon noch übrig ist, erfahren wir sicher auf der HV kurz vor Weihnachten. Ich befürchte aber: Softline wird es nicht mehr packen. Schon zu lange zeigt die Fieberkurve der Firma nach unten. Das Geld für die schon seit längerem angekündigte Neuausrichtung schmilzt ebenso schnell zusammen wie Schnee in der Sommersonne. Vielleicht wird die Aktie aber in zwei oder drei Jahren zur vielversprechenden Mantelspekulation.
So viel zu Softline. Beim breiten Aktienmarkt jedenfalls werden Sie sich an Weihnachten wohl keine Kopfschmerzen holen.
Ihr
Georg Pröbstl
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