Teheraner Börse, Pullover mit Streifenmuster und Mord
Michael Vaupel in Traders Daily
vom 02. Mai 2006 12:00 Uhr
ENL5454
*** Im Südosten etwas Neues: Der iranische Ölminister (ein Mann namens Kazem Vaziri Hamaneh) hat mitgeteilt: Noch diese Woche soll die iranische Erdölbörse – Handel in Euro! – starten.
Ich bin gespannt! Werde auf dieses Thema hier im Trader's Daily natürlich zurückkommen.
*** Der bolivianische Präsident Evo Morales (der auch bei Staatsbesuchen seine bolivianische "Chompa" trägt – das ist ein Pullover mit Rundhalsausschnitt und Streifenmuster, erinnert mich immer an meinen Onkel Manfred) hat beschlossen:
Per Dekret werden die Erdöl- und Erdgasressourcen des Landes verstaatlicht.
Ich werde mir "de Saach jenau beluren", wie der Rheinländer sagt, und zwar unvoreingenommen. Fakt ist jedenfalls: Bolivien hat die zweitgrößten Erdgasvorkommen Südamerikas (nach Argentinien), doch bis jetzt hat das Volk von den Einnahmen des Erdgasverkaufs so gut wie nichts mitbekommen. Mal sehen, was aus der Sache wird. Ich hoffe jedenfalls, dass sich Morales nicht als korrupter Staatsführer herausstellen wird.
*** Eine aufgebrachte Leserin schreibt mir:
"Ich wollte nur etwas zum Thema 'Ehrenmorde' anmerken. Soweit wir informiert sind, wird das Todesurteil für 'abtrünnige' moslemische Mädchen/Frauen vom Familienclan beschlossen und der jüngste Bruder muss dann das Urteil durchführen, d.h. seine Schwester töten. Deshalb der Jüngste, da der ein milderes Urteil zu erwarten hat. Meine Tante meinte nun, dass man in einem Fall von Blutrache die gesamte Familie mit Anhang ausweisen sollte, denn sie seien nicht würdig in einem zivilisierten Land wie Deutschland zu leben. Ich muss sagen, ich stimme dieser Idee voll und ganz zu. Wie kann man unsere Politiker dazu bewegen, den bei uns lebenden Ausländern (die sich ganz und gar nicht integrieren wollen) die Grenzen zu zeigen? ( ...) Finden Sie nun ich bin rassistisch? Ich denke ich bin realistisch und kritisch und alle in meinem Freundeskreis denken so wie ich, da kann ich doch nicht falsch liegen, oder? Aber warum denken unsere Politiker anders?"
Mein Kommentar dazu: Wieso sollte diese Leserin rassistisch sein? Es ist doch hoffentlich ganz normal, dass man hierzulande mit solchen Asozialen, die Familienmitglieder umbringen, nur weil sie wie Deutsche leben möchten, NICHT in einem Land leben möchte. Tja, nun könnte ich es mir leicht machen und gegen "die Politiker" polemisieren. Aber auch da gibt es vernünftige Menschen, wie ich letztens im Gespräch mit einer Bundestagsabgeordneten gemerkt habe.
Was ich tun würde: Es genau wie die Vereinigten Arabischen Emirate handhaben. Dort gibt es angemessene Sozialleistungen – aber nur für Staatsbürger. Wer kein Staatsbürger ist, bekommt nicht einen Cent (bzw. Dirham) Sozialhilfe oder sonstige Leistungen. Deshalb muss jeder Ausländer, der im Land ist, für seinen Lebensunterhalt arbeiten.
Was glauben Sie, wie viele soziale Problemfälle das Land verlassen würden, wenn dies in Deutschland (Österreich, Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg) genauso gehandhabt würde? Und zwar freiwillig verlassen würden, ohne Ausweisung. Übrigens auch ein Beitrag zur Verringerung der deutschen Neuverschuldung. Warum wird diese Möglichkeit nicht einmal in Erwägung gezogen?
Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Woche,
Michael Vaupel