Technischer Blick auf die Märkte: Russell 2000
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 9. Dezember 2010, 17:00 Uhr
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die Märkte halten sich nach wie vor sehr gut.
Zwar gibt es bereits einige warnende Stimmen, die darauf hinweisen, dass bald eine größere Verkaufswelle anstünde, doch das breite Sentiment der Anleger scheint sich davon noch nicht beeinflussen zu lassen. Die Mehrheit ist klar bullisch im Moment und auch aus technischer Sicht spricht momentan mehr für eine Jahresendrallye als eine schnelle und heftige Korrektur.
Sehen wir uns auch heute die Situation wieder etwas genauer an und beginnen mit dem Russell 2000 Index:
Quelle: stockcharts.com
Im Vergleich zu letzter Woche konnte der Russell 2000 Index seit seinem Ausbruch weitere Zugewinne erzielen und steht nun etwa 2% höher als letzte Woche, was einem Gewinn von ca. 15 Punkten entspricht.
Auf dem aktuellen Level erscheint ein eher baldiger kurzer und kleinerer Rücksetzer nun nicht unwahrscheinlich. Hinweise hierauf liefert aktuell etwa der hohe RSI-Stand, denn auf nur geringfügig höherem Level drehte der Index in der ersten Novemberwoche schon einmal zu einer kleinen Korrektur nach unten.
Ob es letztlich jedoch wirklich dazu kommt, wird sich erst zeigen, denn einige kurzfristige Marktinterna wie etwa der "Prozent der 10"-Index, einer Art kurzfristigeren Version des NYSE BP Index, zeigen aktuell weniger überkaufte Stände an als damals Anfang November.
Werfen wir hierzu einen Blick auf den folgenden Chart:
Quelle: stockcharts.com
Achten Sie zunächst bitte auf die O-Säule, in deren unterster Box Sie ein "B" sehen. Dies ist der Indexstand zum Novemberanfang. Im Oktober 2010 war der Index klar überkauft in eine historische Wendezone (86-90 Punkte) gelaufen. Es verwundert daher nicht, dass der Markt hier kurzfristig etwas "Luft ablassen" musste.
Die Chance, dass dies diesmal wieder in der gleichen mehrtägigen Form geschieht, halte ich aktuell aber für etwas geringer.
Wie Sie im obigen Chart sehen können (angedeutet durch den braunen Pfeil) steht der "Prozent der 10"-Index nicht mehr sehr weit vor einem Wechsel in eine O-Spalte; dies wäre bei 64 Punkten der Fall.
Wir befinden uns jedoch diesmal bei weitem nicht auf gleicher Höhe und hinzu kommt, dass im 56er-Bereich ein relativ massiver Boden liegt, der auch noch durch die bullische Unterstützungslinie zusätzlich geschützt wird.
Sehr viel Abwärtspotential scheint mir daher im Moment eher unwahrscheinlich.
Diese Betrachtungsweise deckt sich übrigens auch mit dem New York Stock Exchange Bullisch Prozent Index, welcher sich sehr stark zeigt:
Quelle: stockcharts.com
Zwar notiert der NYSE BPI seit einigen Wochen in der überkauften Zone (d.h. über 70 Punkte), jedoch zeigt sich der Index nach wie vor stark und begleitet den aktuellen Ausbruch der Leitindizes wie z.B. des Russell 2000.
Ein solches Verhalten zeugt von sehr großer Marktstärke und ist klar bullisch zu bewerten. Das schließt natürlich nicht aus, dass wir früher oder später natürlich wieder mal in eine Korrektur hineinlaufen werden, denn bekanntlich läuft ja kein Trend an der Börse rein linear.
Einen Grund zur "Crash-Panik" kann ich jedoch nicht erkennen, allem Überkauftheitsgrade zum Trotz.
Sinnvolle Maßnahmen in der aktuellen Situation sind sicherlich ein Enghalten Ihrer Stopps und vielleicht die ein oder andere Gewinnmitnahme auf schwächere Aktien.
Ansonsten würde ich aber die Positionen erst einmal weiterlaufen lassen, bis es tatsächlich konkrete Anzeichen auf eine anstehende Abwärtsbewegung gibt.


