Technische Marktlage: Russell 2000
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 13. Januar 2011, 17:00 Uhr
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Quelle: stockcharts.com
Zwar stieg der Russell 2000 die letzten Tage an, jedoch wurde dies bisher von verschiedenen Indikatoren nicht bestätigt. Im obigen Chart sehen Sie beispielhalber einmal den MACD und den RSI, welche beide bärische Divergenzen aufweisen.
Das alleine muss kein zwangsläufiger Grund für niedrigere Kurse sein, jedoch deutet es auf eine mögliche technische Abschwächung der Bewegung im Markt hin.
Interessant ist es vor solch einem Hintergrund natürlich immer, den Rest des Marktes zu betrachten und sich dann den Marktinterna zuzuwenden.
Werfen wir daher heute ausnahmsweise auch einen Blick auf den S&P 500 als Stellvertreter für den "breiten" US-Markt. Hier der aktuelle Tageschart:
Quelle: stockcharts.com
Auch im Tageschart des S&P 500 Index lässt sich eine bärische Divergenz erkennen. So stark wie die des Russell 2000 ist sie jedoch nicht.
Anders ist die Situation jedoch auf Stundenbasis; hier ist die Divergenz stärker ausgeprägt:
Quelle: stockcharts.com
Damit bleibt die Frage, wie ernst diese Divergenzen zu nehmen sind?
Ein Blick auf die Marktinterna hilft weiter
Sehen wir uns zunächst den NYSE BP Index an.
Zur Erinnerung: Der NYSE BPI wird berechnet, indem alle an der New Yorker Börse gelisteten Aktien betrachtet werden und ausgewertet wird, welche dieser Aktien sich auf einem Point & Figure Kaufsignal befinden. Diese Anzahl wird durch die Gesamtzahl der an der NYSE gelisteten Aktien dividiert. Um einen anschaulicheren Indexwert zu erhalten, multipliziert man anschließend das Ergebnis nochmals mit 100.
Wenn nun eine größere Anzahl an Aktien von einem Point & Figure Kaufsignal in ein Point & Figure Verkaufsignal wechseln, so lässt sich daraus folgern, dass in einem gewissen Umfang Kapital aus dem Markt gezogen wird.
Damit bleibt natürlich noch die Frage, ab wann ein derartiger Mittelabzug relevant ist, denn man möchte ja als Anleger sich nicht bei jedem kleineren Mittelabzug die Frage stellen, wie ernst dies nun zu nehmen ist (oder auch nicht). Historisch bewährt hat sich hier die Schwelle von 3 Boxen. Wenn also der Index über 3 Boxen fällt, findet ein Wechsel in eine O-Spalte statt.
Eine besondere Bedeutung kommt hierbei einem Wechsel in eine O-Spalte zu, wenn dieser aus einer X-Spalte von über 70 auf unter 70 erfolgt bzw. wenn der Index von oben kommend das 70er-Level unterschreitet, denn spätestens ab hier kann sich der Gesamtmarkt (gemessen an den Leitindizes) dem Abwärtssog in der Regel kaum noch entziehen.
Aktuell zeigt sich der Index wie folgt:
Quelle stockcharts.com
Der NYSE BPI bleibt stark und der interne Markt zeigt noch keine Schwächen. Ein positives Zeichen!
Gleichzeitig wird anhand der Betrachtung des internen Marktes auch deutlich, dass die bärischen Divergenzen, die ich Ihnen weiter oben dargestellt hatte, momentan nicht überbewertet werden sollten, sondern wahrscheinlich eher kurzfristiger Natur sein dürften.
Dies wird auch durch den "Prozent der 10"-Index unterstrichen, welcher zwar in einer O-Spalte steht, jedoch gerade gestern erst wieder an neuer Kraft gewann:
Quelle: stockcharts.com
Als Fazit lässt sich also festhalten, dass die Bullen noch nicht von der Weide getrieben wurden. Insgesamt zeigt sich ein eher gemischtes Bild. Es gibt bärische Anzeichen als auch eine Reihe an bullischen. Mit einer größeren Korrektur würde ich momentan noch nicht rechnen, wenn auch das ein oder andere bärische Warnzeichen durchaus ernst genommen werden sollte.
Erfahrungsgemäß erweist sich in einer solchen Situation individuelles Positionsmanagement als am geschicktesten. Setzen Sie konsequent Stop Loss Marken und machen Sie aktuell Ihre Entscheidung letztlich mehr vom jeweiligen Einzelwert als vom durchmischten Gesamtmarkt abhängig.




