Technische Marktbetrachtung: Russell 2000
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 16. Dezember 2010, 17:00 Uhr
ENL5454
die US-Märkte zeigen sich nach wie vor sehr stark. Sehr viel neue Dinge habe ich aus technischer Sicht heute nicht zu berichten, daher halte ich mich vergleichsweise kurz.
Kommen wir zunächst zum Russell 2000 Index als führendem internationalem Nebenwerte-Index:
Der Russell 2000 setzt seine Outperformance der breiten US-Aktienmärkte weiter fort und lässt damit kaum Zweifel daran, dass es sich bei den Nebenwerten weiterhin um ein stark bevorzugtes Anlagesegment am Aktienmarkt handelt. Dies ist natürlich genau das, was wir als Nebenwerte-Anleger sehen möchten.
Insgesamt verlief die letzte Woche eher unspektakulär. Der Russell stieg zwar zunächst an, doch musste er die letzten Tage wieder ein wenig Federn lassen. Dies bewegt sich jedoch in einem mehr als erträglichen Maß und von einer etwas größeren Korrektur kann keine Rede sein; der Index befindet sich nach wie vor im Aufwärtstrend. Dies wird auch klar signalisiert durch z.B. seine 200-Tage Linie, seine 50-Tage-Linie oder dem exponentiellen 20er-Gleitschnitt, die alle steigen.
Nimmt man MACD und RSI als Anhaltspunkt, ist der Index kurzfristig recht überkauft. Alleine schon aus diesem Grund wäre eine kleine Verschnaufpause aus technischer Sicht für den Index sicher nicht ungesund. Aktueller hält er sich jedoch nach wie vor sehr gut:
Quelle: stockcharts.com
Das bullische Bild, welches der Russell 2000 Index zur Zeit zeigt, wird bisher auch durch die anderen Leitindizes wie etwa den S&P 500 bestätigt und an den Märkten regieren nach wie vor die Bullen.
Dies lässt sich auch besonders deutlich an den wichtigen marktinternen Indizes wie z.B. dem New York Stock Exchange Bullisch Prozent Index (kurz: NYSE BP Index oder NYSE BPI) erkennen.
Quelle: stockcharts.com
Wie Sie sehen können, hält sich der NYSE BPI nach wie vor sehr stark. Was mich ein wenig vorsichtiger werden lässt ist, dass der Index langsam aber sicher das 80er-Level erreicht und selbst in den überkauftesten Marktphasen spätestens ab hier meist eine Umkehr in eine O-Säule früher oder später einsetzt. Bekanntlich bleibt ja kein Markt dauerhaft überkauft, wenn es sich auch sehr lange hinziehen kann, bis der Umschwung kommt.
Und in der Tat sehen wir womöglich bereits ein paar erste minimale Risse in der Marktfassade. Es ist auf jeden Fall noch zu früh, um diese als ernsthaft zu bezeichnen, jedoch zeigt sich der kurzfristige "Prozent der 10"-Index, eine Art kleiner Bruder des NYSE BPI, kurzfristig recht schwach. Und je überkaufter die Märkte sind, desto genauer und minutiöser beobachte ich diese.
Gestern z.B verlor der Index alleine rund 4.5 Punkte (entspricht 6.51%), was ihn sehr nahe an eine mögliche O-Spalte bringt. Lediglich 0.64 Punkte fehlen dem Index hierzu noch:
Quelle: stockcharts.com
Natürlich wären hier auf dem Weg nach unten noch die bullische Trendlinie und der dreifache Boden im Weg, was selbst eine O-Säule etwas relativieren würde.
Früher oder später wird jedoch das Marktpendel wieder umschwingen. Ich werde daher weiterhin für Sie die Augen offen halten, um Sie zeitig darauf hinzuweisen.
Bis dahin verbleiben wir allerdings erst einmal weiterhin im Bullenmodus.
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