Chartanalyse

Heute: Stop-Loss richtig setzen

Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Chartanalyse
vom


Kaum ein Thema wird so kontrovers, aber auch so facettenreich diskutiert wie die Verlustbegrenzung mit Hilfe des Stop-Loss, denn: „Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht" heißt der Refrain eines Liedes von den Fatastischen Vier mit Herbert Grönemeyer.

Das fängt damit an, dass es unlogisch ist, etwas schlechter zu verkaufen, als es momentan gehandelt wird. Oder, bei einem Buy-Stop, freiwillig einen höheren Preis zu bezahlen, als er gerade auf dem Parkett oder am Bildschirm erzielt werden kann. Das führt nicht selten zu Missverständnissen mit Ihrem Banker, der verpflichtet ist, Ihnen stets den besten Kurs zu geben, wenn Sie nicht ausdrücklich darauf hinweisen, dass es sich um eine Stop-Buy oder eine Stop-Sell Order handelt.


Noch ein Hinweis zur Stop-Limit Order: Sie können sich als Faustformel dazu merken, dass eine einfache Stop Order in dem Moment, in dem der Kurs erreicht wird, ausgelöst und mit dem nächsten Handel - egal zu welchem Kurs - ausgeführt wird. Das kann in volatilen Märkten dazu führen, dass der Stopp überlaufen wird und Ihre Ausführung schlechter ausfällt als gedacht. Die Stop-Limit Order ist zweigeteilt. Erst bei Erreichen Ihres Stopps wird Ihr Auftrag zur Limitorder. Sie sehen den feinen Unterschied? Was auf dem ersten Blick kundenfreundlich aussieht, kann im Ernstfall bedeuten, dass Sie Ihre Positionen nicht verkaufen, weil im zweiten Schritt Ihr Limit nicht mehr erreicht wird.

 

Wie arbeitet man mit mentalen Stopps?

Radio Eriwan würde antworten: Es kommt darauf an. Sitzen Sie als Daytrader vor dem Handelsschirm und setzen ihren mentalen, also gedachten Stopp wirklich um? Das verlangt wirklich sehr viel Disziplin. Ich plädiere im Namen von Otto Normalverbraucher dazu, den Stopp wirklich ins System einzugeben oder über den Banker eingeben zu lassen, weil das die Lebensqualität erhöht.

 

Mein Tipp

Wenn Sie eine Position eingehen, geben Sie gleich den Stop-Loss mit ein. Sie brauchen die Exitmarke ohnehin, weil Sie sonst Ihr Risiko und damit die Anzahl der Aktien, die Sie handeln wollen (dürfen), nicht bestimmen könnten (siehe Investor-Wissen-Daily 2. Januarwoche).

Wo den Stopp hinlegen? Arbeiten Sie nicht mit einem einheitlichen Prozentsatz, sondern machen Sie den Abstand Ihres Stopps vom aktuellen Kurs und von der Tagesvolatilität der Aktie abhängig. Mein Tipp: Legen Sie den Stopp unter den Tiefstkurs der letzten 4 bis 5 Handelstage.

Was ist ein Trailing-Stop? Feine Sache, funktioniert auf manchen Handelsplattformen auch automatisch. Beispiel: Ihre Aktie steigt wie erwartet und Sie ziehen den Stop-Loss täglich mit der Zielsetzung nach, so schnell wie möglich zuerst Ihr Investment und dann einen Teil des Gewinns abzusichern. Damit kommen wir zu einem kleinen Handelssystem, dem Parabolic SAR System.

Hier geht's zum zweiten Teil: Stop-Loss richtig setzen und das Parabolic Time/Price System



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