Thomas Kallwass ist unser Spezialist für alternative Investment-Chancen. Seine Handelsstrategien sind wissenschaftlich untermauert und langfristig erfolgreicher als der Gesamtmarkt.
Chartanalyse
Thomas Kallwaß in Devisen-Monitor zum Thema Chartanalyse
vom
Wer regelmäßig Börsenberichte liest, stößt häufig auf zwei Methoden, die einer Analyse zugrunde liegen: Fundamental- oder technische Analyse. Auch im Devisen-Monitor sprechen wir häufig von Resultaten der technischen Analyse oder Hinweise, die sich aus der Fundamentalanalyse ergeben. In diesem und den folgenden Beiträgen wollen wir die Unterschiede der beiden Ansätze genauer betrachten, dabei liegt unser Fokus natürlich auf Analysen des Devisenmarktes.
In der letzten Ausgabe haben wir den Rahmen der Fundamentalanalyse betrachtet. Heute geht es um die Schwächen der Fundamentalanalyse, die mit der technischen Analyse ausgeglichen werden können.
Kurzfristige Kursbewegungen werden bereits durch einen Indikator verursacht
Die Fundamentalanalyse eignet sich insbesondere, um die langfristige Entwicklung des betrachteten Wirtschaftsraums beurteilen zu können. Daraus leitet sich der Trend der Landeswährung ab, die die Grundlage für die Prognose bilden. Für die kurzfristige Entwicklung sind dagegen nicht alle makroökonomischen Indikatoren von Bedeutung. Meist genügt den Marktteilnehmern die Veröffentlichung eines Indikators, um kurzfristige Kursbewegungen auszulösen.
Notenbankankündigungen werden zum Großereignis
Die Veröffentlichung von Zinssatzentscheidungen durch die Notenbanken wird in vielen Währungsräumen als Großereignis mit Spannung erwartet. Zu Kursausschlägen kommt es meist deshalb, da jeder Marktteilnehmer seine Positionen entsprechend seiner Erwartungen vor der Veröffentlichung bildet. Da einige Marktteilnehmer falsche Erwartungen haben oder die Notenbank entgegen der Überzeugung der Mehrheit der Marktteilnehmer die Zinsen überraschend senkt oder anhebt, folgen entsprechende Positionskorrekturen, die häufig in Kursausschlägen nach oben oder unten münden.
Nicht alle Fragen werden von der Fundamentalanalyse beantwortet
Während die Fundamentalanalyse einen guten Überblick über die Gesamtentwicklung eines Wirtschaftsraumes und somit auch Rückschlüsse auf die langfristigen Kursentwicklungen von Währungen zulässt, bleiben viele Fragen zur kurzfristigen Entwicklung unbeantwortet. Die Fundamentalanalyse gibt beispielsweise keinen Aufschluss darüber, wann der Zeitpunkt für einen Positionseinstieg bzw. für einen Ausstieg gekommen ist.
Der Faktor Zeit bleibt bei der Fundamentalanalyse problematisch. So ist es zwar vorteilhaft zu wissen, sich auf Indikatoren stützen zu können, die den Eintritt einer Prognose wahrscheinlich werden lassen. Doch wann genau die Prognose eintritt, darauf gibt die Fundamentalanalyse keine Antwort.
Technische Analyse kann Informationslücke schließen
Offensichtlich ergibt sich aus der Fundamentalanalyse ein Zeitproblem. Um dieses Problem zu lösen, gibt es zahlreiche technische Analyseverfahren, die anhand des Chartverlaufs versuchen, den richtigen Zeitpunkt zum Handeln zu bestimmen. Die technische Analyse betrachtet einzig die historische Preisentwicklung, dessen Verlauf anhand eines Charts analysiert wird. Dabei werden zunächst verschiedene Muster identifiziert und anschließend interpretiert. Die Arbeit wird durch verschiedene Charttypen erleichtert.
Prognosen, auch wenn sie noch so sehr mit harten Fakten unterlegt sind, können sich durch unvorhersehbare Umstände als falsch erweisen. Davor sind auch Kombinationen aus Fundamental- und technischer Devisenmarktanalyse nicht gefeit.
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