Chartanalyse

Technische Analyse | Chartanalyse | Unterstützungslinie
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Heute knüpfen wir an den Beitrag „Technische Analyse am Beispiel der Bayer Aktie" an. In diesem Beitrag haben wir eine GD-Kombination besprochen, die relativ gut längere Trendphasen erkennt. Hier noch einmal der Chart.

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News und Hintergründe zur Chartanalyse/Technische Analyse

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Wissen über Charttechnik/Technische Analyse

Obwohl sich die Ursprünge der Technischen Analyse bis zumindest Anfang des 18. Jahrhunderts nach Japan zurückverfolgen lassen und sie auch Ende des 19. Jahrhunderts bereits in den USA angewendet wurde, erfreut sie sich erst seit relativ kurzer Zeit einer wachsenden Beliebtheit.

Wie ein Kampf „David gegen Goliath" präsentierte sich vor vielen Jahren die Auseinandersetzung zwischen Chartanalysten und den Anhängern der verbreiteten Fundamental-Analyse. Börsianern taten die Chartanalyse als „Linien-Spielerei" und „Kaffeesatzleserei" ab.

Im Laufe der Jahre setzte sich die Charttechnik als wichtige Analyseform durch. Sie finden mittlerweile kaum eine Aktien-Beurteilung, die ohne Chart und Trendlinien auskommt.

 

Heute steht jedem Anleger die Charttechnik zur Verfügung

Mit der Chartanalyse erkennen Sie Trendbewegungen und decken mögliche Gefahren im Kursverlauf auf. Dank leistungsfähigerer Computer und einer schnellen Internetanbindung ist heutzutage jeder Anleger in der Lage eigene Kursprognosen zu erstellen - unter Beachtung von einfachen charttechnischen Regeln.

Dank der stetigen Entwicklung von Software-Programmen und der Verbreitung des Internets erfreut sich die Chartanalyse steigender Beliebtheit. Während bis zur Mitte der 90er Jahre eine charttechnische Auswertung mit dem PC für Privatanleger undenkbar und teuer war, stehen dem Investoren aktuell kostenlose Chart-Tools im Internet zur Verfügung.

Ein weiterer Unterschied zu früheren Zeiten: Im letzten Jahrhundert betrachteten die meisten Sparer den Aktienhandel als hoch spekulativ. Heute ist es normal, wenn man am Stammtisch über das Thema „Finanzen & Börse" spricht.

Die Börse hat im Laufe der Zeit seinen Ruf als „Black Box" verloren. Heutzutage eröffnet man mit wenigen Mausklicks ein Online-Depot bei einer Direktbank oder einem Broker.

 

Von tagesaktuell zu sekundenaktuell

Während früher die Tageszeitung Aufschluss über Aktienkurse gab, erhalten Sie heute bei vielen Direktbanken oder bei einem direct broker bei einer Depoteröffnung entweder automatisch Echtzeitkurse oder zumindest ein Kontingent, so dass Sie sekundengenaue Charts vor sich sehen und schnell handeln können.

 

So erlernen Sie die Chartanalyse

Die Technische Analyse spaltet sich in die beiden Bereiche „Markttechnik" und „Charttechnik". Während die Markttechnik auf „Technischen Indikatoren", auf teilweise komplizierten mathematischen Formeln basiert, beruht die Chartanalyse auf einigen simplen Regeln. Dies ist ein großer Vorteil der Charttechnik.

Vorsicht: Die Einfachheit der Regeln macht die Anwendung der Chartanalyse nicht zu einer einfachen „Technik".

Kennen Sie den alten Börsianer-Spruch: „10 Charttechniker - 10 Interpretationen". Diese landläufige Meinung rührt daher, dass die Chartanalyse keine exakte Wissenschaft ist.

 

Bevor Sie also die Chartanalyse erlernen, beachten Sie folgende Hinweise

  1. Machen Sie sich klar, warum Sie die Chartanalyse erlernen wollen. Um Ihr Wissen zu erweitern? Um bessere Ergebnisse zu erzielen oder reich zu werden? Falls Sie Ihre Aktien-Analyse verbessern wollen, seien Sie sich bewusst, dass die Chartanalyse keine Wunderwaffe ist. Sie ist ein Instrument, mit der Sie ihr Börsenspiel optimieren können.

  2. Nutzen Sie neben der Chartanalyse weitere Strategien für die Bewertung von Ein- und Ausstiegspunkten. Während in den 80er Jahren zum Beispiel die Fronten zwischen Fundamental-Analyse (Unternehmenszahlen und - nachrichten) und der Charttechnik erhärtet waren, entwickelt sich in den letzten Jahren ein Trend zu einer Kombination beider Analysemethoden.

  3. Gehen Sie bei Ihren Betrachtungen vom großen, langfristigen zum kleinen Bild. Betrachten Sie einen langfristigen Monats- oder Wochenchart (etwa 10 Jahre oder länger), danach einen mittelfristigen Wochenchart (etwa 2-5 Jahre) und dann einen kurzfristigen Tageschart (6 bis 18 Monate). Sie bekommen ein Gefühl für die Entwicklung der Werte und wägen Chance und Risiko besser ab.

  4. Lernen Sie von den Profis. Nutzen Sie die Vielfalt des Internets. Fordern sie kostenlose, seriöse Newsletter an, in denen regelmäßig Chartanalyse erscheint. Testen Sie selbst, ob Sie die eingezeichneten Trendlinien, Unterstützungen und Widerstände und die daraus resultierende Beurteilung der Autoren genauso sehen bzw. interpretieren würden.

 

Prinzip der Charttechnik

An dieser Stelle vielleicht mal etwas Grundsätzliches zur Charttechnik. Es ist ja nicht so, dass man einfach irgendwelche Linien in einen Chart einzeichnet und im Anschluss seine Positionen danach ausrichtet. Es geht nicht um die Linien, sondern viel mehr um die Kursmuster und die dahinter stehende Psychologie der Anleger.

Natürlich beeinflussen auch Wirtschaftsdaten die Kurse. Aber nicht die Daten selbst, sondern wie diese Daten von den Anlegern aufgefasst werden ist ausschlaggebend.

Diese Auffassungen spiegeln sich im Kursverlauf, in bestimmten aussagefähigen, immer wiederkehrenden Mustern wider. Aus denen lassen sich mit einiger Sicherheit Prognosen für das künftige Kursverhalten ziehen.


Charttechnik ist „Spuren lesen"

Wie ein Fährtensucher "liest" der Charttechniker die voraussichtliche Richtung des Marktes aus den Spuren (Mustern), die er gerade hinterlassen hat. Im Idealfall zeigt der Markt eine klare Richtung - einen Trend. Die Spur zeigt dann eindeutig in eine Richtung.

Der Trend orientiert sich dann häufig an Trendlinien, die sich zum Timing von Ein- und Ausstieg einer Position nutzen lassen. Ebenso wie an Unterstützungen und Widerständen, hinter denen ebenfalls reine Psychologie steckt.

 

Ein praktisches Beispiel

Man kann zur Chartanalyse die kurzfristigen Entwicklungen zahlreicher Einzelwerte beobachten, jedoch lohnt es sich allemal ein Blick aufs große Ganze zu werfen. Fangen wir beispielsweise mit dem Deutschen Aktienindex DAX 30 an.

 

Chart DAX30

Charttechnik im DAX 30 Chart im Zeitraum von Oktober 2007 bis Juni 2009

Die charttechnische Erkenntnis ist so einfach wie logisch. Sie „brauchen" für dieses große Chartbild eigentlich nur eine Linie... nämlich die schwarz gestrichelte. Diese schwarz gestrichelte Linie zeigt als interne Trendlinie den Abwärtstrend seit Ende Dezember 2008.

 

Kleiner Exkurs: interne Trendlinie

Die Linie wird als interne Trendlinie bezeichnet, da sie eben nicht ganz genau die jeweiligen relevanten Extrem-Punkte (hier: Hochpunkte) trifft. Allerdings haben diese internen Trendlinien oftmals eine weitaus höhere Relevanz als die ganz genauen Trendlinien. Die Begründung liegt in der Natur der Sache... Wer der Charttechnik keinen Spielraum lässt, wird mit ihr untergehen (oder die Linien so zurecht biegen, dass sie für die eigene Behauptung passen... aber das ist ein anderes Thema). Zurück zum Chart...

 

Wichtige Informationen im Dax 30-Chart

Zur besseren Orientierung habe ich noch die wichtige 5.000er Marke als grüne Linie in den Chart eingezeichnet sowie den 256-Tage-GD als blaue Kurve. Eine weitere (wichtige) Information ist das schwarze Rechteck. Hier finden Sie ein Unterstützungsnest bei etwa 4.700 Punkten (und etwas darunter).

 

Charttechnik: Keep it simple

Natürlich könnte ich Ihnen jetzt noch ein paar Indikatoren aus der Technischen Analyse einblenden - Bollinger Bands, noch etliche Gleitende Durchschnitte, Money Flow Index, MACD (der aktuell in einem Chart nichts zu suchen hat... aber das wissen die allerwenigsten Charttechniker...), Stochastik, Relative Strength Index und wie sie alle heißen. Aber wozu?

In diesem Chart erkennen Sie alles, was momentan für eine Aufwärtsbewegung relevant ist. Wird die gestrichelte Linie überboten, ist dies ein sehr bullishes Zeichen. Egal ob dies gleichzeitig mit dem Überkreuzen der 5.000er Marke stattfindet oder nicht.

Als kurzfristiger Trader und Day-Trader brauchen Sie unter anderem die oben genannten Technischen Indikatoren. Wenn sich aber so ein klares Bild bietet, wie im oberen Chart sollte jeder Börsianer (auch der Fan fundamentaler Analysen) hellhörig werden und einmal die Bäume weglassen, um den Wald zu sehen.

 

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