Taxi fahren auf Staatskosten
Bill Bonner in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 17. September 2008, 07:30 Uhr
ENL5454
"Ich will Ihnen mal erzählen, wie das läuft", sagte der Taxifahrer, "Sie haben Glück, Sie leben im Ausland, denn dieses Land ist ein Chaos..."
Ich hatte auf der Rückbank ein Nickerchen gemacht. Dann bemerkte ich eine schlingernde Bewegung im Auto. Als ich die Augen öffnete, stellte ich fest, dass das Auto in die Mitte der Straße abgedriftet war. Auf der langen Fahrt von Charlotteville in Virginia bis zum Dulles Airport, war mein Fahrer eingeschlafen.
In der Bestrebung, ihn wieder zu beleben, ehe es zu spät sein würde, versuchte ich es mit Konversation.
"Ich erzähle Ihnen nur eine kleine Geschichte, die ich persönlich so erlebt habe", fuhr der Taxifahrer fort. Ich bekam einen Anruf, dass ich eine Frau hier in Charlotteville abholen sollte. Sie ist eine Kundin von Medicare. Kennen Sie die? Nun, sie hatte kein Auto mehr und sie musste hierher ins Krankenhaus. Und dann war sie wieder in der Lage, nach Hause zu gehen. Aber sie hatte kein Auto. Und ich gehe davon aus, dass es auch niemanden gab, der sie abholen würde. Also hat sie ein Taxi gerufen."
Und so habe ich sie dann nach Hause gefahren... den ganzen Weg bis nach North Carolina. Die Rechnung belief sich auf 1.100 Dollar - und das ist für ein Taxi eine Menge Geld. Aber sie musste es nicht bezahlen. Sie hat nur einen dieser Gutscheine unterzeichnet. (Er zeigte mir ein einfaches weißes Formular...) und dann musste ich es bei der Regierung einreichen. Sie sehen also, sie haben ihr 1.100 Dollar gegeben, damit sie mit dem Taxi nach North Carolina fahren kann!"
Bei der Regierung gibt es Dutzende, wenn nicht sogar Hunderte derartig absurder Programme. Wenn die Sonne scheint, dann wachsen sie wie Unkraut. Regen fällt auf sie wie Kunstdünger.
Fannie und Freddie haben gemeinsam Anlagewerte von 5,4 Billionen Dollar und Schulden im Wert von 1,7 Billionen Dollar. Niemand weiß, wie viel es kosten wird, sie im Geschäft zu halten, aber es wird eine große Zahl werden. Und das Bundesdefizit ist schon jetzt größer als je zuvor - und es wächst. Wo wollen die Regierungsvertreter das Geld herbekommen, um die amerikanischen Immobilien zu unterstützen?
Wir wissen es alle - sie werden das Geld leihen müssen. Und jetzt eine andere Frage: Ich habe gesehen, was passiert, wenn Individuen zu viel Geld leihen: Plötzlich wollen die Kreditgeber den Kreditrahmen nicht weiter ausdehnen. Selbst die Riesen an der Wall Street, z.B. Bear Stearns und jetzt auch die Lehman Bros. - können Pleite machen, wenn sie zu viel Geld leihen und zu wild spekulieren.
Kann auch die amerikanische Regierung Pleite machen? Nun... da gibt es noch die Druckerpresse... die Bundesregierung kann, technisch, nicht Pleite machen, weil sie ihre Schulden immer mit dem Geld bezahlen kann, das sie druckt, nur für diesen Anlass. Aber in diesem Falle bricht der Wert des Dollars selbst ein. Die ausländischen Kreditgeber werden dann die Kredite nicht ausdehnen. Und dann bleibt den Vereinigten Staaten nichts anderes übrig, als kürzer zu treten... oder sogar noch mehr Geld zu drucken.
Es ist noch ein weiter Weg bis zum Ende dieser Geschichte... aber diese Übernahme von Mae und Mac ist ein großer Schritt in Richtung des Schlussvorhangs. Und auf dem gesamten Weg liegen Landminen.