Tauziehen zwischen Bullen und Bären geht in die nächste Runde
Jürgen Schmitt in Insider Daily
vom 9. April 2009, 14:30 Uhr
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Noch steht der zuletzt leicht gestiegenen Anzahl an Börsen-Bullen eine ganze Phalanx an Bären gegenüber. Und diese führen ein regelrechtes Tauziehen durch, wenn es um die Interpretation neuester Konjunkturzahlen oder der politischen Absichtserklärungen im Zuge des G-20-Gipfels in London geht. Die Optimisten sehen in der jüngsten Erholung bereits Anzeichen für eine Trendwende, die Pessimisten hingegen lediglich ein kurzes Luftholen vor der nächsten Abwärtswelle. Doch selbst innerhalb der jeweiligen Lager gehen die Meinungen weit auseinander. So sehen einige Bären zunächst eine Fortsetzung der freundlichen Tendenz, ehe es ab Mai wieder bergab geht. Andere wiederum erwarten zunächst einmal fallende Notierungen, ehe es dann bis weit in den Sommer hinein noch einmal kräftig aufwärts geht. Bei den Bullen ist es spiegelbildlich gesehen eigentlich nicht viel anders. Fakt ist, dass kurzfristig eigentlich alle im Nebel herum stochern. Es gibt einfach zu viele Fragezeichen.
Der Verlauf von Wirtschaft und Börse basiert zu mehr als 50% auf Psychologie und Emotionen.
Für mich steht nach wie vor lediglich fest, dass sich die Nachrichtenlage ab dem 4. Quartal 2009 spürbar verbessern wird - mithin auch die Stimmung in der Wirtschaft und an den Aktienmärkten. Denn ab dann werden viele Unternehmen deutlich bessere Ergebnisse melden als ein Jahr zuvor. Das gleiche gilt für die zahlreichen Konjunkturdaten, die dann auch wesentlich besser ausfallen werden als ihre jeweiligen Vergleichswerte. Daraus wird sich aus meiner Sicht ein neuer selbst tragender Aufschwung entwickeln, den derzeit so gut wie niemand auf der Rechnung hat. Die Frage bleibt, was bis dahin an den Aktienmärkten geschieht. Nimmt die Börse diese Entwicklung wie gewohnt vorweg? Oder nutzen die Bären ihre vielleicht letzte große Möglichkeit für viele Jahre, um die Börse zuvor noch einmal in den Keller zu drücken? Beides ist möglich, wobei ich persönlich die erste Variante für wahrscheinlicher halte.