Tasse mit Henkelformation bringt 38 Prozent (Einstieg)

Jürgen Nowacki in Investoren Wissen zum Thema Chartanalyse
vom


Liebe Leserin, lieber Leser

„Tasse und Henkel", wenn man solche Bezeichnungen hört, fällt es da nicht schwer die Technische Analyse wirklich ernst zu nehmen? Deshalb einigen wir uns gleich auf den Begriff  „Cup with Handle" Formation, das klingt besser. 

Nachdem wir gestern mit dem Keil eine Formation besprochen haben, die einen Trend beendet untersuchen wir heute mit Cup with Handle eine Fortsetzungsformation. Diese Unterscheidung ist unter anderem deshalb wichtig, weil sie uns auch hilft Zielkursprognosen zu erstellen, aber dazu später mehr.


Cup with Handle ist um es präzise zu formulieren eine bullishe Formation, die einen Trend fortschreibt. William O'Neil hat diese Formation 1988 in seinem Buch „How to Make Money in Stocks" sehr genau und auch penibel beschrieben welche Voraussetzung an diese Formation gestellt werden. Die Trefferquote so stellte Thomas Bulkowski in seinen Untersuchungen fest liegt bei 74 Prozent. Der durchschnittliche Kursanstieg liegt bei 38 Prozent, also durchaus interessant um sich mit der Methode zu befassen.

 

Cup with Holder am Beispiel der Aktie von EMC

Wie der Name bereits vermuten lässt besteht diese Formation aus zwei Teilen, der Tasse und dem Henkel. Die Tasse entsteht nach einem Anstieg (linker Tassenrand) dann aus einem runden Boden der nicht zu tief sein darf und einem rechten Tassenrand bevor sich dann eine Konsolidierung in Form einer schmalen Tradingrange, der Henkel anschließt. Was uns am meisten interessiert ist genau diese Henkelphase, denn der Ausbruch lässt sich gut handeln und die Zielkursprognose hat eine hohe Trefferquote, aber sehen wir uns das in einem  Muster der EMC-Aktie einmal an.

 

  • EMC hatte bevor sich der linke Tassenrand bei 26 USD markieren lässt einen Anstieg von 10 USD hinter sich. Damit ist die Voraussetzung eines Trends auf der linken Seite erfüllt. Tipp: Suchen Sie nach Trends die einen Kursanstieg von mindestens 30 Prozent hinter sich haben, das schafft Sicherheit.
  • Dann bildet sich quasi als Gegenbewegung eine mehrwöchige U-Förmige Korrekturphase in der der Tassenboden nicht tiefer sein sollte als 1/3 der vorangegangenen Aufwärtsbewegung. Hier könnte man sich auch gut am Fibonacci-Retracement 38,2 Prozent als maximale Korrektur orientieren.
  • Dann bildet sich der rechte Tassenrand in Höhe des linken Tassenrands aus. Hier wird es in der Praxis kaum passieren, dass sich beide Ränder auf einer Ebene finden, da könne Sie durchaus großzügig sein.
  • Jetzt schließt sich eine Ausbruchsphase an die aber schnell korrigiert wird und so den Henkel ausformt. Man könnte auch sagen, Gewinnmitnahmen bremsen den Anstieg. Das kann mehrere Male passieren und einen seitlich verlaufenden Trendkanal ausbilden, der mit großer Wahrscheinlichkeit nach oben verlassen wird. Dieser Henkel sollte wie bei einer richtigen Tasse nicht zu tief angebracht sondern innerhalb der oberen Tassenhälfte. Der Ausbruch aus der Henkelphase muss mit einem Volumenanstieg erfolgen um das Bild abzurunden.
  • Für die Zielkursprognose können Sie den Kursabstand zwischen Tassenrand und Boden ermitteln und auf den Henkelausbruch nach oben abtragen.
  • im unteren Chartbereich sehen Sie den Chaikin Money Flow Indikator CMF wie ich ihn auch im target Trader verwende, der Ihnen zusätzliche Informationen über das Anlegerverhalten der institutionellen Investoren liefert (Akkumulation) (hier:Probelesen)

Fazit: Wie Sie im Beispiel von EMC sehen erfolgte der Ausbruch bei 32 USD mit einem schnellen Kursanstieg um 5 USD das sind 15,6 Prozent in wenigen Tagen. Wenn Sie solche Formationen zukünftig entdecken wissen Sie sofort was zu tun, nämlich einen hochgehebelten Call kaufen. Das ist geschenktes Geld mit wenig Risiko und einer Trefferwahrscheinlichkeit von 74 Prozent.

Morgen werden wir uns über aktuelle Charts hermachen und gleich einmal prüfen wie gut sich diese Formation in der Praxis anwenden lässt.

 

Ihr

Jürgen Nowacki

Coach Trading & Sales

 

 

Zum zweiten Teil von: Cup with Holder am Beispiel der Aktie von EMC (Fortsetzung)

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Kommentar von Anne

Warum MUSS man denn immer unbedingt einen englischen Begriff haben? Warum klingt die eigene Muttersprache nicht gut genug??

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