Szenarien für die weitere Entwicklung
Andreas Lambrou (Gastbeitrag) in Rohstoff Daily
vom 18. August 2011, 20:30 Uhr
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Was derzeit an den Märkten passiert, dass ist Stress und Panik pur. Da die aktuellen Schuldenprobleme Italiens keinesfalls neu sind und man sich seit 3 Jahren mit einer Verschuldungsquote von gut 120% des Wirtschaftsaufkommens herumschlägt, sind die neuen Erkenntnisse fundamentaler Natur, eher begrenzt. Darum werde ich das Gefühl nicht los, dass hier die großen Finanzjongleure am Werke sind. Diese haben die Politik in einen Würgegriff genommen. Es ist klar, sie wollen Geld. Neue Geldspritzen der US-Notenbank. Auch die halbherzigen Sparbemühungen der US-Regierung, die obendrein sehr schwammig und für die nächsten 10 Jahre formuliert wurden, scheinen den Herren in den Investmentbanken gar nicht inden Kram zu passen. Also wird der Markt einmal etwas "durchgeschüttelt".
Aktuell sehe ich 3 mögliche Szenarien für die Weltwirtschaftsentwicklung
Das, was wir seit Anfang August gesehen haben, war erst der Anfang. Doch eine Lawine ist nicht dann am größten, wenn sie ausgelöst wird. Sondern wenn sie mit voller Wucht unten im Tal ankommt. Bisher ist nur klar, dass sie mit einer ungeahnten Wucht auftreffen wird. Aber wo und wie genau, ist noch offen. Und diese Ungewissheit führt mich zu meinen drei Prognosen.
1.Szenario: Der Verfall der Leitwährungen und vorübergehende Deflation
Dieses Szenario ist im Grunde das, was immer wieder an den Märkten gespielt wird: Die Kurse fallen, es wird eine Eurokrise ausgelöst. Dies würde vor allem dann schlimm, wenn Kernländer aus dem Euro gedrängt würden.
Aber hier ist die Kettenreaktion noch nicht zu Ende: der Rauswurf dieser Länder würde zu einer massiven Vertrauenskrise des Euro führen.
Sicher ist Ihnen klar, was dann passiert:
Der Euro wird gegenüber Dollar und Schweizer Franken deutlich an Wert verlieren. Wechselkurse von 1:1 gegenüber dem Dollar wären dann schon fast ausgemachte Sache, beim Schweizer Franken wären es etwa 0,80. Am Ende ist der Euro dann nur noch ein Schatten seiner selbst: Eine Kernwährung in Deutschland, Frankreich und einigen Nordländern.
Dieses Szenario würde die Finanzmarktliquidität vorübergehend so stark gefährden, dass ein "normaler Markt" kaum mehr möglich wäre.
Die Märkte außerhalb der Eurozone zählen dagegen zu den Gewinnern. Am besten wäre Ihr Geld in Agraranlagen, Edelmetallen und einigen Fremdwährungen (Singapur-Dollar, Russischer Rubel, Schweizer Franken, Hong Kong Dollar, China Yuan), oder in Wertpapieren dieser Länder aufgehoben. Dann sind Sie in diesem Szenario ein Gewinner!
2.Szenario: Die Kernschmelze in den USA
Dieses Szenario hat nach der Rückstufung der USA im Rating eine Eintrittswahrscheinlichkeit von rund 30%.
Der Kern ist das extreme amerikanische Schuldenproblem. In den letzten Jahren wurden die Budgetdefizite nicht nur ignoriert, sondern haben sich sogar noch verschärft. Die US-Notenbank hat in einer beispiellosen Art die Liquidität nach oben gefahren, um Inflation zu schüren. Das Vertrauen in den US-Dollar hat darunter immer wieder gelitten. Die USA refinanzieren sich durch kurzfristige Schuldenaufnahme, vergleichbar mit der Haushaltspolitik der Weimarer Republik.
Sobald in Amerika die Zinsen steigen, gerät die Kettenreaktion vollends außer Kontrolle: Mit Dollar- (aber auch Euro-) Anleihen ist Ihr Vermögen also in großer Gefahr. Genauso wie schon beim ersten Szenario.
Emerging Markets-Anlagen würden dagegen massiv aufwerten und dabei erhebliche Steigerungen erfahren.
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wilhelm Meier (19.08. 2011 03:02 Uhr):
zu Ihren Ausführungen möchte ich noch bemerken, dass schon bald der Wahlkampf in USA beginnt und die Republikaner werden es dem Mr.Obama nicht gönnen sich als Retter der Wirtschaft im Wahlkampf zu präsendieren. Er hat ja schon zuviel nicht berechtigte Ehre durch die Verleihung des Friedensnobelpreises erhalten.
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