Synthetic Stock Strategien: Conversion
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 6. Februar 2009, 12:00 Uhr
ENL5454
Hallo liebe Leser,
und ein weiteres Mal darf ich Sie recht Herzlich Willkommen heißen zu den Optionsstrategien.
In den vergangenen Ausgaben haben wir uns mit der Combo-Strategie beschäftigt und insbesondere mit der Besonderheit die sich aus dieser Strategie in Bezug auf die Zinsen oder besser gesagt den Zinsvorteil" der sich aus der Synthetic Long Stock Position ergibt.
Es gibt eine Fülle an Optionsstrategien die man anwenden kann und jede zielt meist darauf ab einen bestimmten Aspekt zu traden, oder anders ausgedrückt ein bestimmtes Risiko zu minimieren. Das Combo zielt also folgerichtig darauf ab, das Zinsrisiko zu minimieren.
Hierfür gibt es noch andere Strategien die allerdings meist von professionellen Tradern angewandt werden weil oft ein hohes Volumen eingesetzt werden muss um bestimmte Vorteile aus den Strategien zu ziehen.
Wenn man Puts und Calls kombiniert um eine Synthetic Stock Strategie zu kreieren, dann liegen die Hauptunterschiede beim Zins und den Dividenden. Das ist wichtig zu wissen, denn mit diesem Wissen lassen sich Synthetic Stock Strategien mit dem Underlying kombinieren um daraus eine bestimmte Strategie zu kreieren die ein ganz bestimmtes Risiko ausschaltet.
Im Grunde genommen gibt es hierfür (also für die Kombination von Synthetic Stock und Underlying) zwei verschiedene Strategien: Conversion und Reversal.
Beschäftigen wir uns zunächst mit der Conversion.
Eine Conversion ist - vereinfacht ausgedrückt - eine Strategie mit drei Positionen.
Hierbei ist der Trader Long Stock, Long Put und Short Call.
Damit ist der Trader im eigentlichen Sinne den Stock long aber zugleich den Stock synthetisch auch wieder short.
Spielen wir das einmal durch, unter Zuhilfenahme der Beispieldaten aus der letzten Ausgabe:
Das Underlying notiert bei 51,54 Euro.
Der Strikepreis liegt bei 50 Euro.
Die implizite Volatilität liegt bei 26,35 %.
Die Restlaufzeit beträgt noch 71 Tage.
Keine Dividenden.
Zinssatz bei 5%.
Daraus ergibt sich ein ungefährer Wert des Calls bei 3,50 Euro und des Puts bei 1,50 Euro.
Gut, wir haben also eine Long Stock Position (Kauf des Underlyings) für 51,54 Euro.
Auf der anderen Seite haben wir eine Synthetic Short Position. Das heißt wir verkaufen Stock zum Preis von ... (- 50 Euro [Verkauf zum Strikepreis bei 50 Euro in jedem Fall] + 1,50 Euro [Kauf des 50er Puts] und - 3,50 Euro [ Verkauf des 50er Calls]) ...52 Euro.
Interessant, nicht?! Synthetisch betrachtet haben wir Stock damit um 0,46 Euro über dem aktuellen Stock-Preis verkauft.
Am nächsten Mittwoch geht's weiter...
Bis dahin und liebe Grüße
Ihre Miriam Kraus
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