Swiss in der Klemme
Jochen Steffens in Investors Daily
vom 24. Juni 2003 18:00 Uhr
ENL5454
Nun hat auch schon die Nachfolgegesellschaft der insolventen Swiss Air, die neue Schweizer Fluglinie Swiss International, Schwierigkeiten. Offenbar soll es hier zu drastischen Sparmaßnahmen kommen. Aus Gewerkschaftskreisen verlautbarten Gerüchte, dass mehr als 3.000 Stellen gestrichen werden sollen. Das entspricht ungefähr 30 % der Belegschaft. Die verbliebenen Angestellten sollen auf 10 % ihres Lohnes verzichten. Zudem seien Stillegungen von Flugzeugen geplant. Doch nicht nur bei Swiss selbst sondern auch bei den Zulieferern soll es zu Entlassungen kommen. Die Gewerkschaft kündigte in diesem Fall Arbeitskämpfe an.
Swiss wurde vorsorglich vom Handel ausgesetzt. Swiss war mit Milliarden Schweizer Franken neu gegründet worden. Sowohl der Staat als auch die Wirtschaft hatten sich hieran beteiligt. Offenbar ist aber das Unternehmen ein Loch ohne Boden. 2 Mio. Schweizer Franken verbrät Swiss pro Tag. Analysten zeigen sich jedoch skeptisch, dass die drastischen Sparmaßnahmen wirklich helfen. Swiss wird wohl nur überleben können, wenn sie einer Fluglinienallianz beitritt. Sollte Swiss dieser Schritt gelingen, könnte die Aktie wieder interessant werden. Bis dahin kein Kauf.