Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.
Daniela Knauer in Nebenwerte Daily zum Thema MDax
vom
Wie bei den Getreiden und Ölsaaten steigt auch der Zuckerpreis seit einiger Zeit. Verantwortlich hierfür sind vor allem die schlechten Wetterbedingungen in Brasilien und der heftige Monsun in Indien, den wichtigsten Zuckermärkten. So klagen auch schon die Ethanolproduzenten in den USA und Brasilien über die hohen Preise der Inputs Mais und Zuckerrohr. Für sie dürfte es schwierig werden, in diesem Jahr Gewinn zu erzielen, wenn sich die Rohwarenpreise auf diesem Niveau halten.
Ganz anders sieht es da bei unserer deutschen Südzucker AG aus. Sie vermeldete gestern den endgültigen Gewinn für das jüngste Quartal, nachdem die restlichen Kennzahlen bereits vor zwei Wochen veröffentlicht worden waren. Der Gewinn konnte sich verdoppeln mit 263 Mio. EUR nach 130 Mio. EUR im Vorjahresquartal. 76 Mio. EUR dieses Gewinns sind zwar dem erfolgreichen Abschluss eines Steuerverfahrens zuzuschreiben, doch auch ohne diesen außerordentlichen Ertrag lieferte Südzucker hervorragende Zahlen ab.
Das Kerngeschäftsfeld Zucker sieht besonders gut aus
Besonders stark legte das Kerngeschäftsfeld Zucker dank gestiegenen Exports und höherer Preise zu. Ebenfalls gut lief das Geschäft mit den neueren Geschäftsfeldern Functional Food, Stärke und Tiefkühlware. Negativ wirkte sich ein Kostenanstieg in den Bereichen Saftkonzentrate und Fruchtzubereitungen aus, das operative Ergebnis lag daher 30% unter dem Vorjahreswert, obwohl der Umsatz gestiegen war. Ebenfalls negativ wirkten sich höhere Getreide- und Zuckerpreise auf die Bioethanol-Tochter CropEnergies aus. Hier stagnierte das operative Ergebnis, obwohl der Umsatz gesteigert werden konnte. Die Gesamtjahresprognose beließ Südzucker weiterhin bei einem etwa stagnierenden Umsatz von 7,0 Mrd. EUR und einem Anstieg des Erlöses auf über 800 Mio. EUR nach 751 Mio. EUR im Vorjahr.
Charttechnisch sieht die Südzucker-Aktie zur Zeit eher besorgniserregend aus. Nachdem die Aktie aus dem Konsolidierungsdreieck auf ein neues Mehrjahreshoch ausgebrochen ist, bewegt sie sich aktuell in einer Fahnenstange. Wenn Sie die eingezeichneten Rechtecke der Dreiecksspanne betrachten, gibt es noch ein wenig Spielraum nach oben, doch viel Potenzial sehe ich kurzfristig nicht mehr. Ein Kauf sollte sich nur bei einem bereits überfälligen Rücksetzer noch lohnen.
Fundamental gesehen, ist die Aktie im historischen Vergleich nicht mehr billig. Mit einem erwarteten KGV für 2013 von 12,08, einem Kurs-Buchwert-Verhältnis von 2,14 und einer Dividendenrendite von 2,86% ist schon einiger Vorschuss eingepreist. Einige Analysten stuften die Aktie nach den jüngsten Zahlen zwar noch im Preisziel auf, aber das liegt bei im höchsten Fall 40 EUR, weitere Schätzungen zielen auf 31 bzw. 34 EUR. Allerdings könnte es natürlich im Jahresverlauf noch zu einer Anhebung der Prognosen kommen, die eine weitere Rallye erlauben, wie die Analysten des Bankhauses Lampe erwarten.
Sie sehen, profitieren können Sie von der Rallye der Rohwarenpreise also auch mit einem grundsoliden deutschen Nebenwert, ohne auf die umstrittene Spekulation mit Nahrungsmitteln angewiesen zu sein.
Lesen Sie hier, wie andere Analysten die Entwicklung der Südzucker Aktie bewerten.
Herzliche Grüße, ein angenehmes Wochenende mit wenig Regen wünscht Ihnen
Ihre Daniela Knauer
- Kommentar von Andreas Huber
Für mich sehr interessant über Südzucker
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