Stühlerücken in den Indizes
Klaus Buhl in Nebenwerte Daily zum Thema Aktien & Aktienhandel
vom 21. September 2009, 17:00 Uhr
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diese Woche beginnt zur Abwechslung mal mit Verlusten. Schon ein ungewöhnlicher Vorgang diese roten Blinkzeichen auf meinem Bildschirm. Zuerst habe ich ja noch vermutet, die grüne Farbe wäre ausgegangen, aber offensichtlich müssen wir uns heute wirklich über Verluste ärgern. Seit Wochen habe ich mich ähnlich gefühlt wie im vergangenen Sommer und Herbst - nur mit anderen Vorzeichen. Die vergangene Woche verbesserte sich der DAX um knapp 1,5 %, schaffte immerhin ein neues Hoch bei 5.750 Punkten und zeigte sich vom großen Verfalltag gänzlich unbeeindruckt.
Heute treten übrigens auch die neuen Indexzusammenstellungen in Kraft, die oft für Kursbewegungen sorgen - meist aber anders als von der Masse erwartet. Während die Masse erwartet, die Indexmitglieder könnten doch eigentlich nur steigen, sieht die Praxis häufig anders aus.
Reise nach Jerusalem
Prominentestes Neumitglied in einem Index, wenn auch mit zweifelhaftem Ruf, ist mit Sicherheit die Infineon AG. Da die Kriterien für die Indexzusammenstellung, die sich ja nach Handelsvolumen und Marktkapitalisierung bemessen, kein Geheimnis sind, verläuft die Spekulation in die Neumitglieder natürlich relativ geschmeidig und im Hintergrund. Erst wenn es so gut wie sicher ist, dass ein gefallener Engel wie Infineon den Wiederaufstieg schafft, springt die Masse auf den Zug und die frühen Spekulanten springen ab!Umgekehrt werden viele Fondsmanager, die kleinere Indizes oder beispielsweise den MDAX abbilden, einen Aufsteiger bereits verkaufen, bevor die Indextracker der ersten Liga diesen kaufen um ihren" Index abzubilden. Heute ist der Aufsteiger Infineon zwar der Hauptgewinner im DAX, was aber bestimmt auch der Spekulation um den Einstieg eines russischen Investors geschuldet ist. Dafür verlor der Chipwert in der vergangenen Woche an drei Handelstage in Folge, innerhalb eines festen Marktes teils deutlich, was man im Vorfeld einer Indexaufnahme nicht unbedingt erwarten würde.
Übrigens muss die Hannover Rück für Infineon Platz machen, die nur ein kurzes Intermezzo im DAX hatte und sich nun im MDax vergnügen muss. In den TECDax rücken mit Dialog Semiconductor, Manz Automation und Drillisch teils alte Bekannte auf. Der SDAX wiederum bekommt die zweifelhafte Ehre, die skandalträchtige Hyporealestate aufnehmen zu müssen, die aus dem DAX kommend über den MDAX durchgereicht wurde.