Streuen Sie Ihr Vermögen
Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
vom 19. April 2005 16:00 Uhr
ENL5454
Kennen Sie Demasz oder TIM? Oder Kungsleden und Heijmans? Nein? Dann sollten Sie sich diese Firmen einmal näher ansehen. Die Unternehmen haben auf jeden Fall mindestens drei Dinge gemeinsam:
1) Sie zählen zu den internationalen Stars unter den Dividendenwerten. Der ungarische Energiekonzern Demasz beispielsweise zahlt seinen Anlegern regelmäßig Dividendenrenditen im Bereich von neun oder zehn Prozent.
2) Sie haben ihren Sitz im Ausland
3) Sie senken das Risiko in Ihrem Depot
Das hohe Dividenden jede Menge Vorteile bieten (zum Beispiel regelmäßige Zahlungen und eine im Vergleich zum breiten Markt höhere Performance), habe ich schon in einer früheren Ausgabe der Investoren Akademie geschildert.
Aber gerade mit ausländischen Dividendenwerte können Sie weitere Pluspunkte sammeln. Erstens: Hier bekommen Sie reichlich Bares und zwar oft mehr, als bei deutschen Aktien. Während im DAX nur zwei Firmen eine Dividendenrendite von über vier Prozent bezahlen, sind es beispielsweise im EuroStoxx 50 gleich elf Unternehmen.
Zweitens: Mindestens genau so wichtig wie die Zahlung hoher Dividenden ist ein anderer Punkt. Mit ausländischen Firmen verringern Sie nämlich das Risiko für Ihr Depot. Denn durch die Streuung des Kapitals auf Aktien aus verschiedenen Ländern sinkt bei gleicher Gewinnchance das Verlustrisiko.
Das bewies der US-Finanzprofessor und Nobelpreisträger Harry M. Markowitz schon 1952 mit seiner Portfoliotheorie. Wer das Risiko überschaubar halten will, streut nach Aktien, Branchen und Regionen. Ein gut diversifiziertes Depot hat entsprechend immer auch eine internationale Ausrichtung.
Läuft beispielsweise die Konjunktur und Börse in einem Land schlecht, kann es in einem anderen schon wesentlich besser aussehen. Durch die Streuung auf verschiedene Regionen sind Sie somit weniger abhängig von der Entwicklung in einem einzelnen Land.
Beispiel Konjunktur. Während das Wachstum in Deutschland seit Jahren auf der Stelle tritt, boomt die Wirtschaft in anderen Ländern: Das Wachstum der Weltwirtschaft liegt derzeit bei über vier Prozent im Jahr.
Allerdings: Wenn Sie sich internationale Dividendenwerte ins Depot legen, haben Sie neben dem normalen Kursrisiko zusätzlich ein Währungsrisiko. Steigt beispielsweise der Euro gegenüber den anderen Währungen, dann bringt auch die schönste Dividendenrendite nicht mehr viel. Im Durchschnitt über längere Zeit dürfte sich das aber ausgleichen. Denn fällt der Euro machen Sie unerwartete Währungsgewinne.
Was Sie noch beachten sollten:
1) Einige internationale Dividendenstars werden nur im Ausland an der jeweiligen Heimatbörse gehandelt. Sie können die Aktien dann oft nur per Telefon über Ihre Bank oder Ihren Online-Broker ordern. Viele Broker bieten inzwischen den Handel an weltweit etwa 40 Börsenplätzen.
2) Wenn Sie im Ausland kaufen, sollten Sie unbedingt auf die Gebühren achten. Es gibt oft hohe Mindestspesen. Die Ordergröße sollte dann schon mindestens im Bereich von 3.000 oder 4.000 Euro liegen.
3) Bei vielen Auslandswerten gibt es in Deutschland oft nur geringe Umsätze. Der Spread, also die Spanne zwischen Geld- und Briefkurs, ist entsprechend groß. Sie sollten Orders deshalb immer limitieren und wenn es die Gebühren erlauben gleich an der jeweiligen Heimatbörse kaufen.