Stoppkurse - bedingt einsatzfähig
Andreas Wolf in DAX Daily
vom 28. November 2007 08:30 Uhr
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Liebe DaxDaily Leser,
wenn in Finanzkreisen über Absicherungsmethoden vor Kursverlusten gesprochen wird, findet sich nahezu immer der Stoppkurs auf den vorderen Plätzen. Für Anleger, die sich hauptsächlich auf dem weiten Feld des Aktienhandels tummeln und die gern genommene „Kaufen und Halten-Strategie“ anwenden, ist der Nutzen von Stoppkursen unzweifelhaft. Wer sich Wertpapiere in sein Depot legt und nicht ständig am Markt ist, sondern nur hin und wieder in sein Depot schaut, kann mit Stoppkursen eine obligatorische Absicherung mit der Definition der Höhe seiner Verlustbereitschaft eingehen. Im Gegensatz zu vor 10 oder 15 Jahren hat wegen der grundsätzlich gestiegenen Wahrscheinlichkeit von Fehlsignalen allerdings der ein oder andere Anleger heutzutage schon eher einen definierten Verlust erlitten, als er gehofft hatte. Der Grund ist die gestiegene Bedeutung der Terminmärkte an den weltweiten Aktienmärkten. Der reale Handel in Aktien bewegt zwar noch immer mehr Kapital, aber die Geschwindigkeit an den Terminmärkten sorgt für schnellere und heftigere Kursausschläge an den Märkten. Heute sind auch in DAX-Aktien Kursbewegungen von 2 bis 3 Prozent am Tag, anders als bis zur Mitte der Neunziger Jahre, nichts außergewöhnliches mehr. Die bei den Aktien sich mehrheitlich noch bewährende Stoppstrategie wird aber auch gerne auf Derivate wie Zertifikate oder Optionsscheine übertragen. Hier wird das setzen von Stoppmarken mit den gleichen Maßstäben wie bei Aktien praktiziert. Das Ergebnis in etwas volatileren Märkten wie den aktuellen ist, ein zu frühzeitiges Ausstoppen im Verlustbereich. Ein mögliches Aufholen der Verluste sowie sogar ein Drehen in den Plusbereich werden so häufig verpasst. Derivate eignen sich selten, wenn sie nicht zur langfristigen Absicherung eines Aktiendepots genutzt werden, im Rahmen kurz- bis mittelfristiger Spekulationen zu einer Verwendung von Stoppkursen. Denn das Tempo und die Anzahl der Marktteilnehmer haben sich erheblich erhöht. Und damit auch bisher bewährte Spielregeln. Wer kurzfristig spekuliert, muss am Puls des Marktes sein. Nur dann lassen sich Positionsveränderungen angemessen interpretieren.