Stimmungsschwankungen: EUR kommt nach Verlusten leicht zurück
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 15. April 2009, 12:00 Uhr
ENL5462
Liebe Leser,
ich freue mich Sie nach den Feiertagen heute wieder zum Devisen-Monitor begrüßen zu dürfen.
Die Frage welche die Marktteilnehmer aktuell wohl ziemlich bewegen dürfte ist jene: Sehen wir nun bald ein Ende der Bärenmarktrallye? Oder sind die Zeichen am Firmament so toll, das wir bald die rosarote Sonnenbrille wieder aufsetzen dürfen?
Tja, nicht einfach zu beantworten diese Fragen. Für niemanden! Heute sehen wir zunächst einmal, wie die Aktienmärkte wieder hübsch im Minus rummachen. Intels Aktienkurs fiel, trotz guter Ergebnisse, aber dank der Kommentare in Bezug auf die Unsicherheit für die nahe Zukunft. S&P und DJ schlossen 2,01 % und 1,71% im Minus. Auch in Asien wurde weiter verkauft. Der Nikkei schloss mit 1,13 % im Minus und der DAX notiert aktuell bei 4534 Punkten ebenfalls leicht im Minus. Das Ende der Bärenmarktrallye oder einfach nur zwischenzeitliche Verunsicherung?!
Fokus auf US-Wirtschaftsdaten
Zur Verunsicherung tragen allerdings auch die Wirtschaftsdaten bei. Während sich die Einen schon auf ein baldigen Widererstarken der US-Wirtschaft freuen, haben die Anderen die enttäuschenden US-Einzelhandelsumsätze wohl übel genommen. Die US-Einzelhandelsumsätze sind im März um 1,1 % gefallen. Prognostiziert wurde zuvor ein Wachstum von 0,3 %.
Einer Bloomberg-Umfrage zufolge erwartet man zudem einen Rückgang der Industrie-Produktion um 0,9 %. Die offiziellen Daten stehen für heute zur Veröffentlichung an. Für heute steht zudem der NY FED-Index zur Veröffentlichung an. Der Konsens erwartet hier ein Minus von 35 Punkten. Das wäre der zwölfte Monat in Folge mit einer Schrumpfung.
Europa
Und auch in Europa sieht es noch wesentlich unrosiger aus. Deutschland verzeichnet den stärksten Rückgang der Großhandelspreise seit 22 Jahren. Das Statistische Bundesamt gibt einen Rückgang von 8% annualisiert im März an.
Auch der neuste S&P Bericht trägt nicht gerade zur Verbesserung der Situation bei. Wie der britische Telegraph berichtet geht S&P davon aus, dass etwa ein Drittel der europäischen (und britischen) Junk Bonds nicht bedient werden können. Weiterhin hohe Risiken also für den europäisch-britischen Bankensektor.
Stimmungsschwankungen
Am Ende kommt es sowieso immer darauf an, was der Konsens an Glauben aufzubringen hat. Noch scheint er aber unschlüssig zu sein, ob nun die Safe-Haven-Währungen wirklich zu favorisieren sind.
EUR/USD fiel zunächst von seinem Hoch am Montag bei 1,3384 bis auf 1,3204 heute Morgen. Aktuell notiert EUR/USD bei 1,3290. Die 1,3200 hat sich als Unterstützungsmarke bewährt. Obwohl im Moment wohl aufgrund der - ich nenne es einmal - Stimmungsschwankungen an den Märkten zunächst mit Range-Trading gerechnet werden sollte, gehe ich davon aus, dass Euro grundsätzlich gegenwärtig nicht überkauft wirkt. Ein Bruch der 1,3400 nach oben dürfte dann durchaus als bullisch gewertet werden und könnte den Aufwärtstrend zunächst einmal in Richtung der 1,3600 bestätigen. Stopps sollten allerdings bei 1,3100 gesetzt werden.
Quelle: CFX-Broker
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