Stimmungsmache?
Axel Retz in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 19. April 2007 08:30 Uhr
ENL5454
Wie sie wissen, spielt an den Finanzmärkten die Stimmung (heute auch gerne als „Sentiment" bezeichnet) eine wichtige Rolle: Um so mehr Anleger positiv für eine anlage gestimmt sind, um so stärker steigen die Kurse. Logisch. Und das lockt weitere Anleger an. Auch logisch.
Irgendwann kommt dann der Punkt der „Sättigung". Anschlusskäufer bleiben aus. Aber die Stimmung ist auf dem Höhepunkt, weil auch die Kurse auf dem Höhepunkt sind. An diesen Euphoriespitzen kippt dann der Markt.
Leider ist es praktisch unmöglich, den jeweiligen sentimenttechnischen Zustand eines Marktes exakt zu erfassen. Einfach auch, weil viele Anleger aus guten Grund bei derartigen Umfragen falsche Anlagen machen, um aus ureigenem Interesse den wahren Zustand des „Psychogramms" zu verfälschen und weiteres Potential zu signalisieren, damit neue Anleger in den Markt gezogen werden.
Sehen Sie sich das aktuelle Stimmungsbild für den Euro gegenüber dem US-Dollar an:
Es ist zweifellos wieder nahe eines wichtigen Hochs. Fast 80 Prozent der Marktteilnehmer gehen von weiteren Kursgewinnen des Euro gegenüber dem Dollar aus. Kann er dann überhaupt noch weiter zulegen?
Charttechnisch betrachtet, lautet die Antwort eindeutig: Ja. Denn zum einen muss nur noch das vom Jahreswechsel 2004/2005 stammende Rekordhoch bei 1,3660 überwunden werden, um den Euro charttechnisch zu „befreien", zum anderen geben auch die markttechnischen Indikatoren dem Kurs weiter grünes Licht. Und:
Die Fundamentals (erster Beitrag dieses Daily) sprechen ohnehin für den Euro. Vor allem aber gegen den Dollar!
Bis morgen!
Axel Retz

