Stellenabbau im verarbeitenden Gewerbe
Mr N. N. in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 16. März 2010, 07:30 Uhr
ENL5454
Am gestrigen Montag waren es einmal mehr die Statistiker in Wiesbaden, die mit einer schlechten Botschaft aufwarteten. Ende Januar diesen Jahres waren nur mehr 4,9 Millionen Menschen in den Unternehmen (mit 50 und mehr Beschäftigten) des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland beschäftigt.
Mehr als eine Viertelmillion weniger Beschäftigte
Fakt ist, dass im Vorjahresvergleich sage und schreibe 251500 Menschen weniger in den Betrieben tätig waren. Prozentual entspricht dies einem Minus von fast fünf Prozent. Besonders herb waren die Einschnitte im Maschinenbau (- 5,6 Prozent), bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstern (Minus 6,7 Prozent) und bei den Produzenten von Metallerzeugnissen (-8,8 Prozent). Allen Konjunktur- und Beschäftigungsmaßnahmen wie der Kurzarbeit zum Trotz mussten die Unternehmen herbe Anpassungen aufgrund der massiv verschlechterten Marktbedingungen vornehmen.
Ja, liebe Leserin, lieber Leser, und ein Ende der Anpassungsphase ist weiterhin nicht in Sicht. Ein kleiner Lichtblick bleibt vielleicht, dass im Nahrungs- und Futtermittelbereich die Beschäftigung im Vergleich zum Januar 2009 leicht wuchs. Immerhin um 1,7 Prozent.
EU-Notfallplan für Griechenland
Indes berieten gestern die EU-Finanzminister über einen Notfallplan für Griechenland. Laut EU-Währungskommissar Rehn hänge die Zukunft der EU von der Rettung Griechenlands ab. Das südosteuropäische Land muss heuer noch sage und schreibe 55 Milliarden Euro refinanzieren (vor allem im April und Mai). Ein europäischer Notfallplan solle für den Fall greifen, dass die Hellenen diese gewaltigen Schuldenbeträge nicht mehr selbst stemmen können.
Grundsätzliche Einigung
Dem niederländischen Finanzminister zufolge gebe es mittlerweile eine grundsätzliche Einigung der Euro-Partner über ein Notfallpaket. Insofern bestehe die Möglichkeit von bilateralen Krediten bzw. Garantien. Vor allem die deutsche Bundesregierung dränge aber darauf, dass der Notfallplan für die Hellenen wasserdicht" ist. Es würde nichts akzeptiert werden, was im Widerspruch zum EU-Vertrag stehe. Schon seit einigen Wochen lässt die Regierung Merkel mögliche Griechenland-Hilfen rechtlich auf einen möglichen EU-Vertragsbruch hin prüfen. Unter anderen hatte ja der deutsche Wirtschaftsprofessor Hankel schon mit einer Klage wegen EU-Vertragsbruchs (Verstoß gegen die Bail-Out-Klausel) gedroht.
Goldmarkt leicht erholt
Nach dem Taucher vom Freitag stabilisierte sich gestern der Goldpreis wieder. Deutsche Investoren konnten eine Unze Krügerrand für 830 Euro erstehen, eine Unze Silber Wiener Philharmoniker war für 14,89 Euro zu haben. Die Edelmetallhandelshäuser berichteten von robustem Kaufinteresse.
Abschließend sei vielleicht auf ein Zitat von Howard Buffett (republikanischer Politiker und Geschäftsmann, am 30.4.1964 verstorben), dem Vater des legendären Investors Warren Buffett hingewiesen, welches ohne weitere Kommentierung für sich spricht:
Der Goldstandard war ein ruhiger Wachhund, der unbegrenzte öffentliche Ausgaben verhinderte. Ich kann keine Beweise finden, die die Hoffnung unterstützen würden, dass unsere Papierwährung sich letztlich besser entwickeln wird als vergleichbare Experimente in anderen Ländern. Wegen unser wirtschaftlichen Stärke könnte die Krankheit des Papiergeldes bei uns viele Jahre brauchen, bis sie sich voll entwickelt ... aber wir könnten auch bald schon die kritische Phase erreichen.
Wenn dieser Tag eintrifft, dann werden unsere politischen Führer wahrscheinlich finden, dass ein ausländischer Krieg und rücksichtslose Reglementierungen die glänzende Alternative zu einer heimischen Wirtschaftskrise sind."
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Kommentare
Kommentar abgeben- Kommentar von Wachauge (16.03. 2010 21:09 Uhr):
Wenn dieser Tag eintrifft, dann wird es sehr sehr viel ungemütlicher auf diesem Planeten als es ohnehin schon ist. Aber wie kann Howard Buffet sich über den Goldstandard (aufgehobenen) äussern, wenn er 1964 gestorben ist, aber der Goldstandard erst 1970 durch Nixon zu Grabe getragen wurde.....Das verstehe ich nicht ganz.
Antworten- Antwort von Peter Harting (16.03. 2010 23:25 Uhr):
Auch wenn der Goldstandard erst sechs oder sieben Jahre später aufgehoben wurde - geredet wurde darüber schon lange vorher hinter mehr oder weniger geöffneten Türen. Einem Mann wie Nixon konnte diese Idee nicht allein gekommen sein. Diejenigen, die sich den Euro ausgedacht haben, sind auch schon viel früher zu Werke gegangen als 2002 bzw. 1999. Vor diesen Jahreszahlen nannte sich die "Gemeinschaftswährung" ECU. Unter Kritik stand der Goldstandard in gewissen Kreisen schon lange, gehört habe ich als Student davon Anfang der Sechziger Jahre. Man sieht an dem Zitat, dass die Familie Buffett im Bilde war, um nicht zu sagen eine "Bilderbuch-berg-Familie"
- Antwort von Peter Harting (16.03. 2010 23:25 Uhr):
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