Steigende Zinsen
Martin Weiss in Kapitalschutz Akte zum Thema Kapitalschutz
vom 15. Juni 2009, 07:30 Uhr
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In jüngster Vergangenheit konnte sich der deutsche Leitindex weiter über der psychologisch wichtigen 5000er-Marke behaupten. Im Wochenvergleich gab er leicht um 0,69 Prozent nach.
Die wichtigen US-Indizes konnten indes leicht zulegen. Der marktbreite S&P 500 gewann 0,7 Prozent, der Dow Jones 0,4 Prozent. Einmal mehr war es der japanische Leitindex, der mit einem Plus von fast 4 Prozent positiv überraschte.
Ende der Zwischenerholung?
Vorerst scheint den Standardwerten langsam aber sicher die Luft auszugehen. Nach der fulminanten Zwischenerholung, die den Investoren seit dem 9.3. ein Plus von 40 Prozent einbrachte, fällt es den Bullen immer schwerer, den Markt weiter nach oben zu hieven. Zumindest ist ein Ausbruch nach oben aus der kurzfristigen Seitwärtsspanne zwischen 4900 und 5150 Punkte nicht gelungen. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass es kurzfristig vielleicht noch eine Nuance höher in Richtung 5300 Punkte gehen kann.
Bilanz der Rallye
Sehr interessant ist indes, dass vom Börsenzwischenspurt vor allem jene Papiere überdurchschnittlich profitieren konnten, welche seit dem 15.9.2008 besonders stark unter die Räder kamen. In Deutschland waren dies vor allem Bankaktien wie Deutsche Bank bzw. Commerzbank, welche prozentual dreistellig zulegen konnten. Auffällig ist ferner, dass die sog. defensiven Papiere wie Deutsche Telekom oder Fresenius Medical Care bisweilen gar unter dem Stand vom 9.3.09 notieren und nicht vom kurzfristigen Börsenaufschwung profitieren konnten.
Fiasko am US-Staatsanleihenmarkt
Von den Massenmedien weitgehend vernachlässigt geht das Fiasko am US-Staatsanleihenmarkt in eine neue Runde. In der vergangenen Woche rentierte die zehnjährige US-Staatsanleihe erstmals seit dem Oktober 2008 wieder über vier Prozent. Die Rendite hat sich seit dem Tief fast verdoppelt. Hinzu kommt, dass von der US-Regierung ein Volumen von sage und schreibe 2,5 Billionen Dollar an neuen Papieren platziert werden muss. Die Angst wächst, dass es der US-Regierung eines Tages nicht mehr gelingen könnte, ihre Anleihen komplett und zu jedem Preis an den Investor zu bringen.
Gift für die Realwirtschaft
In der Tat sind steigende Zinsen für eine ohnehin schon extrem angeschlagene Realwirtschaft alles andere als eine positive Nachricht. Im Gegenteil, steigende Zinsen sind der Todeskuss für die schwer kriselnde Realwirtschaft. Und da wird es auch nicht mehr lange dauern, bis die lauten Sirenengesänge der Bullen, die vom Ende der Krise träumen, rasch wieder verstummen.
Der Traum vom raschen Aufschwung könnte vermutlich auch medial schneller als die Skeptiker vermuten vorbei sein.
Seien Sie darauf vorbereitet!