Steigende Preise; China erhöht Mindestreservesatz; EUR/USD fällt
Miriam Kraus in Devisen-Monitor zum Thema Devisen & Devisenhandel
vom 18. Februar 2011, 12:00 Uhr
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Nachdem EUR/USD sich gestern noch einmal über die Marke bei 1,3600 schwingen konnte, geht es heute wieder abwärts. Steigende Preise üben Druck aus!
Deutschland - steigende Erzeugerpreise
Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, sind die Erzeugerpreise für gewerbliche Produkte in Deutschland im Januar um 5,7% gegenüber dem Vorjahresmonat gestiegen. Gegenüber Dezember 2010 ergibt sich ein Anstieg der Preise um 1,2%.
Nun ist also auch Europas größte Volkswirtschaft immer stärker von der wachsenden Teuerung betroffen.
Die daraus resultierenden Inflationssorgen schüren offenbar die Erwartungen an die EZB bezüglich einer rascheren Zinsanhebung, was wiederum Druck auf den Euro ausübt. Allerdings befindet sich die EZB nach wie vor in einer Zwickmühle: eine Zinsanhebung, die zwar der wachsenden Teuerung in Ländern wie Deutschland entgegen wirken würde, ist nach wie vor keine Option für die hoch verschuldeten europäischen Problemstaaten. Dazu passen auch die Kommentare von EZB-Präsident Trichet vor zwei Wochen, als dieser versuchte, die zuvor geschürten Zinsanhebungs-Erwartungen wieder ein wenig zu dämpfen.
Ich gehe dementsprechend weiterhin davon aus, dass eine Zinsanhebung nicht so schnell auf dem Plan stehen wird.
China erhöht erneut Mindestreservesatz
Doch nicht nur Deutschland hat mit der wachsenden Teuerung zu kämpfen - in China ist die Inflationsrate zuletzt im Januar auf 4,9% gestiegen. Doch die Peoples Bank of China muss nur für ein Land entscheiden und hat heute ein weiteres Mal den Mindestreservesatz für Geschäftsbanken angehoben. Der Mindestreservesatz steigt nun um 0,5 Prozentpunkte auf 19,5% - das entspricht einem Rekordhoch und bereits der zweiten Anhebung in diesem Jahr, nach 6 Anhebungen im vergangenen Jahr. Auch den Leitzinssatz hat die chinesische Notenbank seit Herbst bereits zum dritten Mal angehoben.
Dies aber drückt auf die Stimmung und unterstützt die Befürchtungen für eine Abschwächung des chinesischen Wirtschaftswachstums, was weiteren Druck auf den Euro nach sich zieht.
EUR/USD der gestern im Hoch bei 1,3626 handelte, notiert aktuell bei 1,3555. Unterstützungen finden sich bei 1,3500/1,3495, 1,3465 und 1,3412. Widerstände ergeben sich bei 1,3590, 1,3620 und 1,3660. Doch erst ein Ausbruch aus der Range zwischen 1,3445 und 1,3630 liefert wirklich wichtige wichtige Impulse für eine Richtung.
EUR/USD (30 Minuten)
Quelle: CFX-Trader
