Steigende Cashquote – wohin mit dem Geld?

Von Georg Pröbstl in Investoren Wissen
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Von Georg Pröbstl

Das Säbelrasseln wird immer lauter. EZB-Präsident Jean Claude Trichet scheint Preisstabilität wirklich sehr am Herzen zu liegen. Erst vor wenigen Wochen setzte die Europäische Zentralbank EZB für Euroland die Leitzinsen von 2,25 auf 2,5 % nach oben. Und seither vergeht fast keine Tag, an dem der Notenbanker nicht weiter steigende Zinsen avisiert.


3,0 % Leitzins noch in diesem Jahr scheinen mir inzwischen so sicher, wie das Amen in der Kirche. Möglicherweise bereitet Trichet den Markt schon auf eine längere Zeitspanne mit fallender Geldversorgung vor.

Der breite Aktienmarkt könnte schon bald einknicken

Knappes Geld ist schlecht für Firmen. Sie müssen für Investitionen bzw. Kredite höhere Zinsen bezahlen. Das drückt den Gewinn. Niedrigere Gewinne bedeuten dann aber normalerweise auch niedrigere Aktienkurse.

Möglicherweise stehen uns schon bald am breiten Aktienmarkt fallende Kurse ins Haus. Möglicherweise gibt es aber vielleicht nur eine allgemeine "Sell in May and go away"-Verkaufswelle: Also die übliche Sommerflaute an der Börse. Und die fing in der Vergangenheit oft im Mai an und dauerte bis in den Herbst.

Ich glaube, zur Zeit ist am breiten Aktienmarkt nicht unbedingt der ideale Einstiegszeitpunkt. Bevor Sie in DAX oder MDAX investieren, sollten Sie besser abwarten. Vielleicht gehen die Kurse in den nächsten Monaten 10 bis 15 % nach unten. Im DAX heißt das dann: Nicht mehr 5.900 Punkte, sondern eher 5.000 Zähler.

Bei langlaufende Anleihen drohen Kursverluste

Wie können Sie Ihr Geld in der Zwischenzeit parken?

Anleihen können gefährlich sein. Kommt die Zinswende, dann dürften auch bei mittleren und langen Laufzeiten die Renditen klettern. Wie Sie wissen, müssen bei steigenden Zinsen die Kurse der Anleihen nach unten gehen.

Kursrückgänge gibt es fast nur bei mittleren und langen Laufzeiten. Diese sind zum Geldparken damit kaum geeignet.

In den letzten Monaten gab es hier sogar schon die ersten Kursrückgänge: Der Rentenindex REX fiel seit seinem Hoch im letzten Sommer von rund 124 Punkten auf inzwischen nur noch 118 Punkte. Die Umlaufrendite der Anleihen kletterte dabei von knapp über 3 % auf über 3,5 %. Anleger sitzen damit inzwischen schon auf Kursverlusten von 4 und 5 %.

Auf dieses Risiko habe ich Sie übrigens schon vor einigen Monaten hingewiesen.

Stellen Sie sich einmal vor, die Zinsen steigen weiter und der REX fällt beispielsweise in den nächsten Monaten auf 108 Punkte oder noch tiefer. Dann summiert sich das Minus bei Anleihen auf 10 % und mehr. Wenn Sie dann Aktien kaufen wollen, müssen Sie die Anleihen mit Verlust verkaufen.

Tipp:

1) Geld parken können Sie besser mit kurzfristigen Anleihen. Diese laufen nur noch wenige Wochen oder Monate. Kursverluste gibt es normalerweise keine mehr. Sie können dabei auf Geldmarktfonds setzen. Diese investieren nur in kurzfristige Anleihen mit einer Restlaufzeit meist von wenigen Wochen. Die Zinsen liegen bei diesen Fonds inzwischen schon wieder bei über 2 % pro Jahr. (Zum Beispiel ISIN DE0008474255 oder ISIN DE0008474230.)

2) Auch bei Tagesgeld haben Sie kein Kursrisiko. Auch hier steigen die Zinsen. Inzwischen bekommen Sie bei einigen Banken wie 1822direkt oder Citibank 2,75 % Zins pro Jahr gezahlt.

3) Neukunden bekommen bei der Comdirect zur Zeit für Tagesgeld bis 5.000 € 5 % Zins bezahlt. Bei CortalConsors bekommen Sie als Neukunde 3 % auf die ersten 10.000 €.

4) Einzelaktien laufen auch im Mai und Sommer und bei steigenden Zinsen. Achten Sie auf die Unternehmensstory!


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