Steht die hoffnungsvollste Uran-Mine vor dem Aus?
Profit Radar
vom 07. November 2006 19:00 Uhr
ENL5454
Ursprünglich war 2008 für die Produktionsaufnahme vorgesehen. Cameco selbst hat aufgrund der nun anfallenden Reparaturarbeiten vorsichtig eine Verschiebung um 1 Jahr angekündigt. Doch klingt nach meinem Eindruck sehr ambitioniert. Denn es kommt noch schlimmer: Ich habe mich auf dem Stock Day mit den CEOs verschiedener Uran-Unternehmen unterhalten.
Und es gibt einen Fakt, der bisher noch gar nicht an die Öffentlichkeit gedrungen ist (wohl auch, weil das weder im Interesse von Cameco noch von den Uran-Kunden ist): Laut den Uran-Experten, mit denen ich gesprochen habe, besteht bei einem derartig massiven Wasserschaden eine 60% Wahrscheinlichkeit, dass die Schäden, vor allem in der Statik, irreparabel sind und das Minenprojekt damit sogar gescheitert ist.
Um Ihnen die Dimension zu verdeutlichen, die der Unfall in Cigar Lake hat, nannte mir ein CEO eines Uran-Unternehmens folgendes illustrierendes Beispiel: „Daniel, der Ausfall von Cigar Lake ist für den Uran-Sektor ungefähr so, als ob ganz Saudi Arabien für die Ölförderung ausfallen würde.“ Zudem gibt es auf mittelfristige Sicht keinen gleichwertigen Ersatz für die Cigar Lake-Mine. Das einzige ähnlich große Projekt ist der Ausbau der bestehenden australischen Mine Olympic Dam durch BHP Billitons. Aber dieser Ausbau soll erst 2013 fertig werden.
Wer es bisher nicht verstanden hat, dem dürfte wohl spätestens jetzt klar werden: Im Uran-Sektor läuft derzeit eine autarke Preisadjustierung an die neuen Ereignisse, die mit dem Ölpreis nichts zu tun hat. Hier sehen wir derzeit eine Neubewertung von Angebot und Nachfrage und damit natürlich auch vom Uran-Preis.
Have a successful day,
Ihr
Daniel Wilhelmi