Steht Australien vor einer heftigen Krise durch fallende Rohstoffpreis

in Nebenwerte Daily zum Thema Rohstoffe
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Über den Stand der holländischen Krankheit in Australien ist in den vergangenen Jahren bereits häufig diskutiert worden. Betroffen von den typischen Problemen sind bereits Industrie und Landwirtschaft, die mit großen Exporteinschränkungen konfrontiert sind. Der Australische Dollar gehört zu den stärksten Währungen der Welt. In Zeiten von Krisen, wenn vor allem die angelsächsischen Anleger Gelder nach Hause holen, fällt er dagegen meist stark. Zudem geht auch immer wieder die Angst um, dass sich der ordentlich gestiegene Immobilienmarkt in einer Blase befinde und kurz vor einer heftigen Korrektur stehe.



Fallende Rohstoffpreise sorgen für steigende Arbeitslosigkeit

In solchen Zeiten brechen ebenfalls die Rohstoffpreise ein, wie wir es derzeit bereits wieder im Anfangsstadium erleben. Das belastet dann auch den Arbeitsmarkt: Investitionen werden gekürzt oder gestrichen (so wie bei BHP Billiton beschrieben). Wenn die Preise zu tief fallen, kommt es sogar zu Minenschließungen wie zu Zeiten der ersten Finanzkrise. Logische Folge ist, dass viele Arbeitskräfte ihre Jobs verlieren. So gehen derzeit große Sorgen um, dass sich diesmal die australische Wirtschaft nicht wieder so schnell erholen könnte wie nach der ersten Finanzkrise. Denn China als Wirtschaftslokomotive besonders für Australien zeigt stärkere Schwächezeichen als 2008/09.

Besonders für die großen Produzenten stellt aber auch die neue australische Bergbausteuer eine zusätzliche Belastung dar. Im März 2012 passierten diese neuen Regelungen endgültig das Parlament. Produzenten von Eisenerz und Kohle, die mehr als 75 Mio. AUD pro Jahr erzielen, müssen in Zukunft statt 14% nun 30% Steuern zahlen. Dafür wird die allgemeine Unternehmenssteuer von 30% auf 29% gesenkt.

Dank weitreichender Abschreibungsmöglichkeiten besonders der Rohstoffkonzerne werden die neuen Steuern jedoch wahrscheinlich nicht so hoch ausfallen, wie es auf dem Papier steht. Im Vergleich zu der 2010 von der Labor-Partei vorgeschlagenen Erhöhung (die diese schlussendlich zu Fall brachte)  ist unter der neuen Regierungschefin Julia Gillard sowieso nur noch ein kläglicher Rest übrig geblieben. Doch auch in diesem Zusammenhang kann man die Investitionskürzungen von BHP Billiton verstehen - als Warnung oder Drohung an die Politik.

Soweit für heute zur Holländischen Krankheit in Australien. Natürlich sind von diesem Phänomen viele Länder betroffen, in denen die Rohstoffindustrie boomt. Sehen wir uns daher in den nächsten Folgen meiner kleinen Serie an, wie die verschiedenen Staaten aus Sicht der Führungskräfte aus dem Rohstoffsektor beurteilt werden.

Herzliche Grüße,

Ihre Daniela Knauer


von
Daniela Knauer
Daniela Knauer

Daniela Knauer legt großen Wert auf eine Streuung der Depotwerte und die strikte Einhaltung von Stopp-Kursen. Darauf weist sie ihre Leser regelmäßig hin.

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