„Stark gestiegene Werte noch mal nachkaufen?“
Profit Radar
vom 5. Dezember 2008, 19:00 Uhr
ENL5454
Herrn N. hat mir jetzt noch mal ein Mail geschickt, woraus sehr deutlich wird, was wir in Börsenbriefen dürfen und was nicht:
Entschuldigen Sie, wenn ich Sie mit Fragen nerve. Aber ich will mit Ihren Taipan-Empfehlungen arbeiten.
Mit dem Infrastruktur- und dem Agrar-Unternehmen haben Sie zwei Aktien empfohlen, welche beide nach oben geschossen sind. Kann oder soll ich diese Aktien nachkaufen und gegebenenfalls bis zu welchem Kaufkurs?
Oder kommen im nächsten Heft von Taipan neue lukrative Empfehlungen. Ich habe noch ca. 3.500 € zum Anlegen, welche ich auf dem Depotkonto habe. Evtl. könnte ich nochmal den gleichen Betrag durch den Verkauf von sich weniger entwickelnden Fonds frei machen.
Für Ihre Empfehlung danke ich Ihnen im voraus.
Mit besten Grüssen
Karl N.
Das sind der in der Tat Mails und auch Anrufe in der Redaktionssprechstunde, wie ich sie nicht besonders liebe. Denn hier wird schlicht die Verantwortung, die jeder für sein eigenes Vermögen hat, an uns delegiert. Ebenso wichtig als der folgende Aspekt:
Der Gesetzgeber hat solche Fälle klar geregelt. Als Börsenredaktion dürfen wir keine Vermögensberatung leisten. Wer wann wie viel in welche Aktien investiert, muss jeder Anleger für sich entscheiden. Als Börsenredaktion geben wir Informationen zu Aktien, die wir für vielversprechend halten. Zusätzlich geben wir eine Risikoeinschätzung, in dem wir die Aktien in Basis- und spekulatives Depot einteilen.
Wie aber die Anlageziele, Risikobereitschaft, monatliche Liquidität jedes einzelnen Anlegers aussieht, können wir nicht beurteilen und deshalb dürfen wir auch keine Anlageberatung leisten. Auf der letzten Finanzmesse Invest in Stuttgart habe ich Leser kennen gelernt, die ein Depot im Wert von über 500.000 € habe. Andere Leser, zum Beispiel Berufsanfänger starten mit kleinen Summen von vielleicht 500 €.
Um noch auf die Fragen von Herrn K. einzugehen: Seit Jahren haben wir einen klaren Grundsatz, wir laufen keinen stark gestiegenen Kursen hinterher. Durch eine aktive Stop-Technik sichern wir hingegen konsequent bereits entstandene Kursgewinne ab. Für den Infrastruktur-Konzern haben wir den Stop im wöchentlichen Strategie-Papier von Taipan jetzt so angepasst, dass unseren Lesern mit dieser Aktie nichts mehr passieren kann. Selbst im schlechtesten Fall wird noch mit einem guten Kursgewinn verkauft.
Auf der anderen Seite begrenzt eine aktive Stop-Technik auch von vornherein Verluste, die nie ganz auszuschließen sind. Horrende Verluste von 50%, 70% und teilweise mehr wird es mit Taipan nicht geben. Wir können in alle Ruhe mit gesicherter Liquidität von der Seitenlinie aus zuschauen und zu wesentlich tieferen Kursen einsteigen, während andere Anleger ihre Verluste immer mehr ausweiten.
Gute Kurse wünscht Ihnen
Volkmar Michler